Eine Kurzgeschichtensammlung - bzw. genauer gesagt: Erzählungensammlung.
Cowboy und Indianer
Inhalt:
Ein mittelalter Durchschnittsamerikaner gabelt eine Amerikanerin auf, die aus zunächst ungeklärten Gründen alleine ohne Gepäck mitten in der Wüste Nevadas unterwegs ist. Der "Retter" selbst ist auf dem Weg zu einem Indianer-Treffen. Die beiden machen einen Abstecher nach Las Vegas und dort in ein Casino. Wie durch ein kleines Wunder gewinnt die Frau mehrere tausend Dollar am Roulette-Tisch, weil sie alles auf die richtige Zahl setzt. Kurz danach wird der Mann völlig überraschend und grundlos von Studenten zusammengeschlagen, die ohne Konsequenzen wieder verschwinden können.
Der Mann ist angeschlagen und leidet an den Verletzungen. Dennoch geht es nicht direkt in die Notaufnahme oder zur Polizei, sondern die beiden machen sich wieder zurück ins Auto und auf den Weg Richtung Indianer-Treffen. Aufgrund seines Zustands kann der Mann sein Auto aber nach einiger Zeit nicht weiterfahren und die Frau übernimmt das Steuer. Irgendwann kann auch sie nicht weiterfahren vor Erschöpfung.
An einem Motel machen sie Halt. Der Frau gelingt es den rauen Witzen des Besitzers des Motels, der selbst hinter der Bar steht, standzuhalten. Sie bewährt sich quasi und ihr gelingt es, Kaffee und Eiswürfel, um die Wunden und Schwellungen des Mannes zu behandeln, zu bekommen. Allerdings springt ihr Wagen nun nicht mehr an. Also müssen die beiden wohl oder übel bleiben. Dabei erfahren sie viel mehr Hilfsbereitschaft, als sie erwartet hätten. Trucker bringen Ersatzteile für den kaputten Wagen an das Motel, während die beiden schlafen und so kann das Auto repariert und die Fahrt fortgesetzt werden. Das ungleiche Paar trennt sich im Guten aber sie haben das Abenteuer zusammen überstanden. Die Moral von der Geschichte: Hilfsbereitschaft kann dir wiederfahren, wenn du nicht damit rechnest und es gibt immer noch Dankbarkeit und das Gute in der Welt.
In diese Handlung, die es bereits faustdick hinter den Ohren hat, ist zusätzlich eine zweite Handlung eingearbeitet, welche beleuchtet, warum die Frau überhaupt alleine an der Straße stand. Eine episodenhaft erzählte, eingeschobene Rückblende, welche dort aufhört, wo die Erzählgegenwart beginnt.
Hier geht es darum, dass sie von Freunden ihres großen Bruders immerfort beleidigt, gedemütigt und übergriffig angegangen wird. Einer bringt das Faß zum Überlaufen und vergewaltigt sie, bis sie sich wehrt und ihm eine Flasche über den Kopf zieht. Sie zeigt ihn an. Doch es gelingt ihr nicht, ihn zu überführen mangels Beweisen. Daraufhin nimmt sie privat Rache, zuletzt, als sie von seiner Hochzeit erfährt. Sie lässt das Ganze hinter sich und irgendwie, im Zuge dessen, bricht sie zu dieser Reise auf, wo sie den Mann trifft. Ich glaube, sie ist auch mehr oder weniger ausgestiegen bei einem andern Fahrer, der sie mitgenommen hatte und sexuell anging.
Besonderheiten:
ineinander verwobene Erzählebenen: Rückblende und Erzählgegenwart. Kampf "gut" gegen "böse". Spiel mit Vorurteilen. Vermeintlich raue Kerle entpuppen sich als hilfsbereit und korrekt mit "weichem" Kern.
Meinung:
Spannend. unterhaltsam. klar fiktional und dennoch erschütternd und aufwühlend.

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