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Montag, 24. August 2026

Christopher Nolan - Odyssee - oppulent und wichtig!




Inhalt nach der Auslegung im Film (Spoiler)

Nach dem trojanischen Krieg, der erst durch Odysseus entscheidend List mit dem trojanischen Pferd für die "Archaier" gewonnen werden konnte, tritt Odysseus den Heimweg an. Übermütig trennt er sich von Agamemnon und den anderen Schiffen und segelt einen anderen Weg. Schon bald darauf ist die Mannschaft immer wieder gezwungen von Bord zu gehen, um Proviant aufzunehmen. Oft durch Plündern und Brandschatzen, manchmal durch Bitten oder das Angebot. Die Fremden werden nie herzlich empfangen. Mit offenen Armen - manchmal, aber das sind dann auch nur Listen ihrer Feinde. 

Sie treffen auf einen Zyklopen (Polyphem), Riesen, eine "Köchin" (Kirke), auf deren Geheiß segeln sie in den Hades und sprechen dort mit den Toten und einem Seher, sie segeln an einem Strudel (Skylla) vorbei und durch einen Felsenge (Charybdis) und legen an einer Insel an, auf der Kühe des Gottes Apollon weiden. Daraufhin geraten sie in einen furchtbaren Sturm. Das Schiff wird geteilt, Odysseus wird bei Calypso an Land getrieben und von ihr aufgenommen aber auch gehalten - durch Lotusblätter betäubt - , weil sie sich in ihn verliebt hat. Nach 7 Jahren lässt sie ihn gehen. 

In der Zwischenzeit herrscht Chaos in Ithaka, der Heimat Odysseus: Seine Frau Penelope harrt auf dem Thron aus, Telemachos, der Sohn Odysseus und Penelope, ist noch nicht stark genug, um mit den Männern mithalten zu können, die Penelope belagern, um ihre Hand anhalten und Odysseus Erbe antreten wollen, weil sie meinen, er würde nicht mehr zurückkehren. Penelope webt derweil am Leichentuch des Vaters Odysseus, Laertes, und hält die Freier damit hin. Erst wenn das Tuch fertig sei, würde sie einen zum Mann nehmen. Doch heimlich trennt sie auf, was sie tagsüber stickt. 

Odysseus kommt zurück, doch auf einen Rat hin von Agamemnon, gibt er seine wahre Identität zunächst nicht Preis, sondern betrachtet die Situation. Als Bettler kommt er an den Hof, bittet um Essen und wird von den rüpelhaften Freiern verspottet und gedemütigt. Penelope gibt auf. Sie möchte denjenigen zum Mann nehmen, der es schafft, Odysseus Bogen zu bespannen und einen Kunstschuss zu vollziehen, wie ihn nur Odysseus konnte.  Odysseus ersinnt eine Strategie. Alle Waffen werden aus dem Raum entfernt. Riegel werden organisiert. Am nächsten Tag versuchen alle den Bogen zu bespannen und scheitern. Odysseus, immer noch als "Veteran" und alter Mann getarnt, gelingt es. Auch den Schuss durch 12 Äxte vollzieht er. Dann kommt es zum Showdown und er tötet alle Freier, gibt sich zu erkennen und zieht mit Penelope anschließend ins Exil. 

Meinung: Ein großartiger Anti-Kriegsfilm. Wenig Effekthascherei, mehr eine feine psychologische Nachzeichnung einer militärischen Führungsperson und ihren Problemen, denn plumpe Unterhaltung.Die Hauptaussage des Films: Es gibt keinen Ruhm in Kriegszügen. Odysseus wird mit den Toten und Plünderungen, die er zu verantworten hat, konfrontiert (v.a. im Hades, hier dann auch das Schicksal Agamemnons) Auch toxische Männlichkeit wird vorgeführt (Kirke). Und zuletzt die Dummheit der Menschen, ihr Unvermögen zu verzichten und wie Leid daraus entsteht (seine Mannschaft stirbt, obwohl Odysseus sie warnt, ihnen einen Eid abverlangt. Sie lassen sich nicht vom "listigen" Odysseus führen.). Der Widerstand einer starken Frau in einer Männerdomäne. Die Wichtigkeit, freundlich gegenüber Fremden zu sein und sich an Recht zu halten. Es steckt so vieles in den Mythen! Nolan hat das meiner Meinung nach sehr gut gemacht! Auch die Idee mit dem Seevolk, vor dem alle noch bestehenden Völker Angst haben. Argos, der treue Hund...). 

Werktreue?

Jaein. Aber ich halte es für eine kluge Interpretation! 

Andere Kritik: https://www.filmstarts.de/kritiken/1000013045/kritik.html

Anfangsgesang der "Odyssee" nach Homer: 


Samstag, 4. April 2026

Spree - Alles für die Klicks (2020) - erschreckend und abschreckender Fiebertraum

Kurt trifft früh in seinem Leben mehrere falsche Entscheidungen: er macht sein Selbstwertgefühl und Wohlbefinden von anderen abhängig. Er nimmt sich selbst als Versager wahr. In Folge dieser bereits kritischen Grundkonstellation fliegen bei ihm auch noch die letzten Sicherungen raus. Er beginnt - für Reichweite und Klicks - ziemlich wahllos Menschen zu töten und hofft damit Rückhalt und Zuspruch in der Online-Community zu finden. Dabei nutzt er es aus, dass er als Fahrer bei "Spree" angestellt ist - einem fiktiven Pendant zu "Uber" oder anderen Fahrdiensten.

Das ist natürlich krank, pervers, morallos und ekelerregend. Spoileralarm. Natürlich muss sich die Handlung irgendwie weiterentwickeln. Als Antagonist findet der kleine Soziopath eine Standup-Comedian. Und als Ansporn und Triggerpoint gibt es noch einen "befreundeten" anderen Antagonisten, der Kurt in seinen Versuchen Follower zu bekommen immer wieder erniedrigt und beschimpft. Kurt ist neidisch auf ihn, dessen Erfolg und Erniedrigungen sticheln ihn an, immer weiter zu gehen. All das ist ziemlich geschmacklos und abstoßend aber interessant erzählt, weil man quasi den ganzen Film durch die Kommentare der Community mitlesen kann. Das ist neu und laut Luhmanns Systemtheorie ausreichend um im Kunstdiskurs Diskurs zu generieren. 

Nun, was soll der Film aber sein? Eine Kritik? Ein Spiegel, der vorgehalten wird? Ein Abschreckendes Beispiel? 

Kurt ist so isoliert, fremdbestimmt, naiv und dumm in seiner Selbstwahrnehmung, seinen Lebensvorstellungen, seinen Werten, so überfordert und hilflos. Stellt er groß und übertrieben dar, was einer ganzen Generation passiert? Quasi dialektisch - das Kleine spiegelt sich im Großen wider und umgekehrt - alles etwas übertrieben aber im Kern vergleichbar? Eine bereits so ausgefressene, von Social Media angezapfte Generation, die keinen normalen Ausweg mehr aus der Situation findet, in der sie sich befindet? Und eine Warnung, da nicht mitzuspielen und auszusteigen? Oder einfach nur ein kranker Film, völlig überzogen? Eine überdrehte Black-Mirror-Folge? Ich kann es nicht sagen. 

Trailer hier

Mittwoch, 13. August 2025

"Birdman" (2015 von Alejandro Iñarritu) - Oh you weak and beautiful Spinners!



Worum geht es? (ohne großen Spoiler)

Ein ehemals durch mehrere Hollywood-Blockbuser-Filme mit fragwürdigem künstlerisch-humanistischen Wert im Marvel Style ("Birdman") berühmt gewordener Schauspieler names Riggen Thomson (Michael Keaton) möchte sich selbst und seinen Lebenstraum verwirklichen und ein großes, bedeutungsvolles Theaterstück am Broadway inszenieren. 
Seine Tochter ist eine Angestellte von ihm in diesem Theater (Emma Stone). Als Nebenhauptrolle wird ein gnadenlos guter wie aber auch gnadenlos exzentrischer männlicher Counterpart gecastet (Edward Norton), was wiederum nur über die andere weibliche Hauptrolle im Theaterstück ermöglicht wird, da diese eine Liaison mit diesem hat. Dieses Theaterstück zum Laufen zu bringen und auch die daran geknüpften Erwartungen vom "Birdman" selbst, wie auch von den Zuschauern und den Medien zu erfüllen entpuppt sich als viel schwieriger als gedacht, zumal es massiv "menschelt" in dem kleinen Ensemble. Verhandelte Konfliktthemens sind unter anderem "Vater-Tochter-Beziehung", Selbstverwirklichung, Konkurrenz, Anpassungsdruck und Selbstbehauptung, Kunst vs. Kommerz, Grenzen, Selbstliebe, Vernachlässigung und viele mehr.

Analyse der "Mechanik": 

Der Film entwickelt eine große Dynamik, einen Sog und Geschwindigkeit. Woran liegt das? 

Man wird überflutet mit unerträglichen Verfehlungen, Ausrutschern, Grenzüberschreitungen und Übergriffigkeiten. Doch, anstatt dass eine verdaut wird, wird sie oft durch die nächste Grenzüberschreitung überboten. Dabei gibt sich das kleine Kammerspiel-Figurenkabinett eigene Regeln, die Konflikte zu lösen, gemäß ihrer Biographie oder ihres Charakters, der ihnen das zugesteht. Gemäß der Logik "Sie ist halt vernachlässigte Tochter." "Er ist halt Schauspieler, der viel Wert auf das Außergewöhnliche legt." "Sie war nunmal seine letzte Partnerin", "Er möchte nunmal ein großes Kunstwerk schaffen" usw. 

Der Film ist auch technisch so gestaltet, dass er wirkt, als wäre er in einem "take", als "oneshot" gedreht. Auch das trägt natürlich einen Teil dazu bei, dass man ihn als rasant empfindet. Dabei entstehen bei mir auch technische Fragen und voller Verwunderung und Staunen kann ich nur verblüfft fragen: "Wie machen die das, wenn eine Figur im Spiegel zu sehen ist, und die Kamera eigentlich auch zu sehen sein sollte, man sie aber nicht sieht? Wie macht man eine Kamerafahrt mit einem Zoom von außen nach innen, bei der die Kamera quasi durch ein Balkongeländer gleitet wie es nur ein Geist machen könnte? 

Als "Schmankerl" gibt es einige phantastische Momente in dem Film, in dem der "Birdman" mit telekinetischen Kräften à la Darth Vader oder Luke Skywalker oder Yoda ausgestattet wird und Gegenstände bewegen kann, ohne diese zu berühren. 

Auch die Musik ist ungewohnt: Allein ein Jazz-Drummer holt aus seinem Schlagzeug raus, was geht, um den Film zu begleiten (eine Idee, die vom PC-Game "Ape Out" 2019 aufgegriffen wurde)

Fazit



Mittwoch, 9. April 2025

Flow - ein postapokalyptisches Märchen. Aber warum die Oscars?

Inhalt: 

In einem idyllischen Wald wohnt eine Katze in einem überaus idyllischen Haus als Mitbewohner eines Schnitzers und Katzenliebhabers. Sie hat nicht viel mehr zu tun, als Streifzüge zu unternehmen. Dabei erlebt sie ihr erstes Abendteuer, als sie ein Rudel Hunde auf sich hetzt, weil sie diesen einen Fisch stibitzen will und die Hunde das mitbekommen. Es kommt zu einer abenteuerlichen Flucht, die gerade noch gelingt. Dann kommt das Unvorstellbare: Eine Flut setzt ein, erst mit einer Flutwelle, als wäre ein Damm gebrochen. (Ab hier dann Spoileralarm). 
Doch damit nicht genug: Das Wasser steigt und steigt und steigt, so dass es am Folgemorgen sogar das Haus, in dem die Katze wohnt, übersteigt und diese sich auf eine kleine Nussschale flüchten muss, die angespült wird. Darin befindet sich bereits eine Wasserratte (Nutria) ein Capybara (Wasserschwein)
, die sie bereitwillig akzeptiert. Widerwillig nehmen die beiden auch einen Lemuren auf, der ähnlich wie eine Elster an einer Art Sammelmanie leidet. Schließlich sind sie auch gezwungen, einen Labrador aus dem Hunderudel aufzunehmen. Die Nussschale ist inzwischen ein kleines steuerbares Segelboot geworden. Zuletzt schließt sich der Gruppe ein Sekretärsvogel (?) an, der sich schützend vor die Katze stellt, und deswegen von seinem Schwarm verstoßen wird. 

Gemeinsam steuert diese seltsame Konstellation, die irgendwie auch an die Bremer Stadtmusikanten erinnert, auf eine seltsame vielversprechende Felsenformation zu, die sie sich als Ziel in der irren Welt ausgesucht haben. Immer wieder taucht ein großer Art Walfisch auf und hilft der Katze. Die Tiergruppe trifft auf die anderen Hunde aus dem Rudel und nimmt diese auch auf, was aber wiederum zu Verwirrung und Streit auf dem kleinen Segelbötchen führt. 

In den Turbulenzen wird die Katze von Bord geschleudert und scheint auf sich alleine gestellt und verlassen. In einem Deus Ex Machina- Moment verschwindet das Wasser auf einmal, bzw. aus den Fluten tauchen Laubbäume und dann auch wieder grüner, bemooster Waldboden auf. Das Wasser ist weg. Die Tiere finden sich wieder. Nur der Wal, der die Katze so oft unterstützt und gerettet hat, ist nun der Leidtragende. Er verendet. Die Katze ist traurig, die andern Tiere trösten sie. Nach dem Abspann sieht man versöhnend einen Wal in einem Ozean tauchen - ist es derselbe? 

Technik / Genre

Der Film kommt ohne Synchronsprecher aus. Die Tiere haben nur wenige menschliche Attribute (ein Segelboot steuern, teilen, sich für andere einsetzen). Der Film ist poetisch realistisch. Man sieht nie einen kackenden Hund und es kommt auch nicht zu großen Hungerstreitigkeiten oder krassen Territorialkämpfen, wie zu erwarten wäre, geschweige denn, dass die Tiere sich auffressen. Klar, ein Kinderfilm halt irgendwie. Mit Happy End, aber nicht easy going. Die kleine Katze muss viel durchmachen...

Meinung: 

Irgendwie natürlich süß, das haben Tiere so an sich. eine niedliche kleine vorsichtige Katze, die oft nass wird - wie kann man das nicht niedlich finden? Aber im Vergleich zu anderen Dingen, die ich kenne nun nicht atemberaubend, weder von der Handlung noch von der Technik. Also solider Kinderfilm. Irgendwo zwischen Littlefoot (ohne Erwachsene die Welt bewältigen), The Road (sich durch eine postkatastrophale Welt durchschlagen) Avatar (die Faszination der Umwelt), Schiffbruch mit Tiger und Bremer Stadtmusikanten. Alles davon aber nichts richtig. Irgendwie auch wie ein Computerspiel...Und dafür wäre es vielleicht besser? 

Freitag, 10. Januar 2025

Call me by your name - quite emotional

"Call me by  your name" -  kunstvoll und sinnlich  knisternde  Phantasie  und Homage über die lebendige Liebe,  subjektive Gefühle, das  Leiden - und  liebevolle Eltern.


Samstag, 14. September 2024

Ein bäuerliches Trauerspiel: "Das Flüstern der Felder" aka "The Peasants" (2023)

Inhalt: 

Das Szenario ist ein Dorf irgendwo im Nirgendwo in Polen mit klaren Hierarchien und Vorstellungen, wie das Leben zu sein hat: Christlich, verheiratet und hart arbeitend. Irgendwo in der Ferne ein Gutsherr und im Dorf der Schulze, der für Recht und Ordnung sorgen oder vermitteln soll. 

Als Figuren treten der freie Großbauer Boryna auf, der vor kurzem seine Frau verloren hat. Mit dieser hat er zwei Söhne, von denen der ältere, Antek, verheiratet ist und selbst ein Kind hat. Auf der anderen Seite befindet sich die junge, bildhübsche und unverheiratete Jagna, die noch bei der Mutter lebt (Wo ist der Vater? ) und die anderen Dorfbewohnerinnen und Bewohner, so wie der Schmied, der Müller und andere Knechte, Mägde und ein Geistlicher.

Nun will die Mechanik des Dorfs, dass jedermann und jede Frau verheiratet werden. Schlimm genug. Dazu kommt aber auch noch, dass die Heiratspolitik auch Machtpolitik ist, denn über Mitgift und Erbe entscheidet sich, wer welche Position im Dorf hat. (SPOILER ALARM) Das Unglück nimmt dadurch seinen Lauf, dass Boryna sich überreden lässt, Jagna zu heiraten, obwohl diese viel jünger ist. Und Jagnas Mutter stimmt dem Handel geblendet vom Besitz, den sie und Jagna dadurch bekommen (3ha Land) zu. 


Dabei hat die junge Jagna eigentlich nur Augen für Borynas Sohn Antek und dieser wiederum findet Jagna auch nicht schlecht, obwohl er verheiratet ist und Kinder hat. Ach ja, und der Besitz und das Erbe von Boryna - das ist natürlich auch hoch begehrt. (RICHTIGER SPOILER ALARM) Und so kommt, was kommen muss: Der Sohn hasst den Vater, der Vater verstößt daraufhin den Sohn samt Familie, die Frau wirft dem Ehemann vor, dass er nicht für sie sorgt, Jagna ist unglücklich und betrügt ihren Mann mit Antek. Zusätzliche Bewegung in diese eh schon total überhitzte und aufgeheizte Situation bringt der Gutsherr, der auf einmal die Holzrechte an einem vom Dorf gemeinschaftlich genutzten Wald, für sich selbst beansprucht. Der gemeinsame Feind bringt Vater und Sohn wieder näher doch das missgönnende Dorf sucht ein Opfer und beschließt Jagna zu vertreiben.

Kommentar: 

Nach einer Exposition, in der die unterschiedlichen Figuren und ihre Position im Dorfkosmos beleuchtet wird, entspinnt sich ein klassisches Drama mit Vater-Sohn-Konflikt und dem Grundproblemen, dass die Hölle die anderen sind, wie Sartre gesagt hätte (durch ihre Missgunst und ihren "Allzumenschlichen" Drang nach Macht, Geltung und Ansehen) und dass Liebesheiraten eben doch das bessere Modell sind. Wenn überhaupt geheiratet werden muss.  

Jagna laviert irgendwo zwischen Unschuldsengel, Barbiepuppe, die nicht mehr kann als Scherenschnitte herzustellen, und Trophäe in einer Männerwelt zu sein. Boryna ist ein alter Haudegen, hart aber irgendwo auch gerecht, dem Leistung am Ende doch wichtiger ist als Schönheit und Ehe (sonst hätte er sein Geld nicht Maria gegeben) und der das Herz doch am rechten Fleck hat, nur eben diesen einen grossen Fehler begeht (hamartia) sich zur Hochzeit mit der viel jüngeren Boryna verleiten zu lassen. Antek dagegen hat sich nicht wirklich unter Kontrolle. Wild und unbändig, aufbrausend, stolz und blind wütet er durch die Handlung. 

Der Film ist komplex, weil sich die Figurenverhältnisse wandeln. Antek und das Dorf begehren oder verachten Jagna. Boryna verstößt die Familie seines Sohns, um sich ihr dann doch wieder anzunähern. Antek hasst seinen Vater, um ihn dann doch zu retten und zu lieben. Der Schulze sucht seinen Vorteil (und wird von Anfang an als "ekliger", schmatzender Machtmensch dargestellt.) Und auch Jagna lässt mit sich geschehen, gibt sich ihrem "Schicksal" hin, um dann doch wieder aufzubegehren. Leicht haben sie es alle nicht...

Das Besondere

Das Besondere an dem Film nun aber ist seine Machart. Reales Schauspiel wurde mit realen Ölgemälden und AI ergänzt. Das heisst, ein großer Anteil des Films - die Postproduktion - beinhaltete das Nachmalen oder Übermalen und Ergänzen der Szenen aus dem Film, so dass das Endresultat ein einziges ineinanderfließendes Ölgemälde zu sein scheint, voller atemberaubender Details und Portraits aber genauso voller atemberaubender idyllischer oder beängstigender Landschaften. Viele zeitgenössische reale Ölgemälde dienten dabei auch als Vorlage und Inspirationsquelle, um den Zeitgeist in der Zeit vor der Bauernbefreiung einzufangen. Damit entsteht ein vor allem visuell beeindruckendes, wildes und leidenschaftliches, berauschendes Erlebnis, wenn man den Film betrachtet. Auch die Musik, die an Yann Thiessen erinnert, ist mitreissend und schön. 

Wie viel Arbeit in dem Film steckt merkt man erst, wenn man sich weiter damit beschäftigt. Über den Instagram-Channel zu "thepeasantmovie" bekommt man hier erst eine Ahnung davon, wie unglaublich viel Arbeit in der Postproduktion steckt! Die Gemälde können auch für 250-10.000€ erworben werden.

Fazit

Definitiv ein Spektakel, eine Reise in eine vergangen grausame Zeit und eine Studie der Folgen einer verkrusteten Gesellschaftsordnung und die dunklen Seiten des Menschen mit einem Hauch Dirty Dancing ;)  Hinzu kommt der massive visuelle Wert der Produktion. Ziemlich üppig! Sehenswert aber kein "musthaveseen" und auf den Spuren von "Waking Live" "Dogville" und Yann Tiersen.

Mehr Infos z.B. unter: https://thepeasantsmovie.com/keyframes,47,en

Hier noch einige Screenshots vom Instaprofil. 









Dienstag, 5. März 2024

 DUNE 2

Viel Sand und Tod um die perfiden und skrupellose Machtrauschselbstverwirklichung einer außergewöhnlichen Mutter in opulentesten, ästhetischen Panorama Bildern und langsamen Pace. 

Montag, 20. November 2023

Polizeiruf 110 : "Ronny" oder "Das Böse der Jugend"

Wer erzieht Kinder? Wer erzieht den Menschen? Und wie kommt das Böse in die Welt? 

Der letzte Polizeiruf 110 wirft diese Fragen auf, ohne sie zu beantworten. Gordon ist der Täter. Sein Motiv - er weiß es selbst nicht. Warum er es getan hat? Er weiß es selbst nicht. Er sollte sich traurig fühlen oder schuldig, meint er in der Abschlussszene. Aber irgendwie finde er die Situation einfach nur komisch."

Wir haben die Frage diskutiert. Immer wieder ist es gut, mit anderen Menschen zu reden. Es inspiriert und hilft weiter. Denn ja, der Fernsehkrimi ist sehr nah am Puls der Zeit. Louisa, 12, wird von zwei gleichaltrigen Freundinnen ermordet. Wie kann so etwas passieren? 

Wir haben das diskutiert. Privat und in der Schule. Vier Faktoren sind uns eingefallen. 

1. die Eltern 

2. das Umfeld (Peer-Groups) 

3. der Staat (Schule, Heim, Kindergarten) 

4. die Medien.


@1: Was nun, wenn die Eltern "schlechte" Erzieher sind, weil sie entweder keine Zeit für die Kinder haben oder selbst keine Ahnung von "guter" Erziehung, also pädagogisch wertvoller Erziehung haben? Alleinerziehend, überfordert, gewalttätig... Und wenn das eine ungute Ehe eingeht mit unkontrolliertem Zugang zum Internet. Wenn die Eltern "bildungsskeptisch" sind oder den Staat unter Generalverdacht haben? 

@2: Das Umfeld - nun, das kann so oder so ausgehen. 

@3: Der Staat - so wie ich es erlebt habe, versucht er Wertevermittlung zu betreiben und auszuglätten oder aufzufangen, was nur geht. Ich zitiere eine Lehrerin, die ich kennengelernt habe, als ich an einer Förderschule gearbeitet habe: "Vergiss nicht, manchmal sind wir die einzigen, die den Kindern heute ein Lächeln schenken". 

Ich habe aber auch schon in einem Wohnheim gearbeitet und Sozialarbeiter erlebt, die unflexibel und phantasielos Dienst nach Vorschrift abgeleistet haben und mehr nicht. Mehr oder weniger pädagogisch reflektiert und sich einer Aufgabe oder Rolle bewusst. Aufseher, keine Pädagogen. Die schlimmste Mitarbeiterin hatte die Zeit dort tatsächlich als eine Art "Krieg" interpretiert. Wow, so etwas lernt man an an der Hochschule?!

@4: Die Medien: Hier muss sich etwas tun. Zu meiner Kindheit hatten wir kontrollierten Zugang zu den Medien: Sesamstraße, Gemeinsam Tierfilm am Samstag Abend, die Augsburger Puppenkiste, gemeinsam VHS Kassetten, geregelte Fernsehzeiten, eine Art Schloss am Fernseher oder eine versteckte Fernbedienung. Klar haben wir das irgendwie geknackt, aber trotzdem. Uns war klar, dass wir nicht einfach konsumieren dürfen, was wir wollen. Dass es eine Kontrolle gab. Und selbst wenn wir etwas schauen konnten, dann war das in der Regel kindgerecht und pädagogisch wertvoll (Captain Planet, Power Rangers, Batman oder heimlich Knight Rider). Ich hatte quasi keinen eigenen Fernseher. 

Jedes Kind, das ein Smartphone hat, kann theoretisch auf YouTube, TikTok, Snapchat etc...und sich ALLES reinziehen. Explizit meine ich damit kinderungerechte Szenen. Exekutionen. Schwer verstörende Inhalte oder zynische Gehirnwäsche schlechter Vorbilder. 


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https://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/polizeiruf-110/sendung/ronny-100.html

Donnerstag, 29. Dezember 2022

Black Panther - Wakanda forever oder "Warum ist Namora so ein Depp?"

Alte Erzählformeln im neuen Kostüm. Sehr opulenter Remix aus Herkulesaufgabe und "Die Physiker"- Problematik.


Inhalt:
 

Der verborgene Zwergenstaat Wakanda hat etwas, das der Rest der Welt auch gerne hätte: Vibranium, ein Rohstoff, dessen Eigenschaften Dinge ermöglichen, von dem der Rest der zivilisierten Welt nur träumen kann und gierig auch haben möchte. So kommt es zu Diebstahlversuchen und ein menschgemachter Vibraniumdetektor sucht den Meeresgrund nach dem Wunderrohstoff ab - mit Erfolg.... 


SPOILERALARM


Ab jetzt geht die eigentliche Handlung des Films los. Denn ein ganz neues Volk, genauso verborgen und abseits der Menschheit existierend wie die Wakaner, betritt die Bühne. Und dieses zerlegt den Detektor plus die gesamte Crew des Militärforschungsschiffs und macht dabei keine Gefangenen. Der Anführer dieses Volks, Namora, sucht die Königin der Wakaner auf. Er ist der Meinung, dass diese mit den Menschen kollaborieren und fürchtet, die Menschen würden, wenn sie Vibranium in ihre Hände bekommen, sein Volk gefährden.
Die Wurzel allen Übels ist ihm zufolge also der Wissenschaftler, der den Detektor gebaut hat. Der muss verschwinden, damit die Menschen nicht an Vibranium gelangen. Da Namora und sein Volk seine geheime Existanz nicht offenbaren möchte, fordert er die Wakaner auf, für ihn und sein Volk zu arbeiten. Und dabei geht es von Anfang an nicht ohne Druck. Entweder sollen die Wakaner ihnen den menschlichen Wissenschaftler ausliefern, oder er und sein Volk würden Wakanda angreifen und auslöschen. Mit diesem "Angebot" lässt er die Königin und ihre Tochter Shuri zurück.

Diese haben ja eigentlich andere Probleme. Denn der vorherige "Black Panther" und Anführer Wakandas ist vor kurzem Verstorben und der Bruder der jungen Prinzessin. Die Trauer lastet noch schwer auf ihr. Trotzdem machen sich die Prinzessin Shuri und eine hohe Generälin der Wakaner auf in die Menschenwelt, um den Wissenschaftler (*) ausfindig zu machen. Hier treten sie mit einem CIA in Kontakt, der eine Art Vermittlerfunktion zwischen den Völkern hat und den Wakanern treu ergeben ist, da sie ihm sein Leben gerettet haben, vermutlich im ersten Teil. Mit seiner Hilfe finden sie heraus, wer den Detektor gebaut hat. Es handelt sich um eine junge Studentin. Die Prinzessin und die Generalin wollen sie mit nach Wakanda nehmen. Doch zunächst möchte die CIA sie davon abhalten - aus Eigeninteresse, schließlich stellt die Wissenschaftlerin nichts anderes als eine "menschliche" Wunderwaffe für die Amerikaner dar, um zur eigentlichen Wunderwaffe Vibranium zu gelangen, und die wollen sie sich nicht wegnehmen lassen. Die CIA kann die Wakaner und die Wissenschaftlerin, die nach kurzem Zögern kooperiert, aber nicht aufhalten. Sie ist den drei Powerfrauen und deren Knowhow und Technologie einfach unterlegen.

Dann tritt aber die neue Supermacht - die Nation der Talocan auf. Auf einer Brücke stellen sie die Wakaner und die Wissenschaftlerin, die gerne nach Wakana zurückkehren wollen. Sie entführen Shuri und die Wissenschaftlerin, die Generalin überlebt, kehrt nach Wakanda zurück und berichtet von der Entführung. Dies löst Entsetzen bei ihrer Mutter aus. Natürlich möchte sie ihre Tochter wieder zurückbekommen. Dafür sucht sie ihre andere Tochter auf, die anscheinend ein unglaubliches  Talent darin hat, sich unter das Volk der Menschen zu mischen und Informationen zu beschaffen. Ein Superdetektiv. Tatsächlich gelingt es ihr, so weit in die Nähe von Shuri zu gelangen, dass ihre Technik deren Ohrringe orten kann.

In der Zwischenzeit lernt Prinzessin Shuri den König der Talocan, Namora, besser kennen. Sie möchte ihn dazu bewegen, dass die Wissenschaftlerin nicht getötet werden muss, sondern einfach in Wakanda bleibt - also so vor den Menschen verborgen, wie der Staat selbst. Das leuchtet ein (und erinnert an Möbius in Dürrenmatts "Die Physiker") aber nicht dem König der Talocan mit dem Namen Namora. Er traut den Menschen nicht. Lieber wäre es ihm, einen Präventivschlag gegen die Menschen auszuführen mit Shuri und den Wakaner an seiner Seite. Man erfährt, wie sein Volk entstanden ist, was zurückgeht auf das Südamerika zur Zeit der "Konquistadoren". Ein Schamane lässt sie einen Trank aus einer Blume trinken, der zu Mutationen führt und diesen Stamm fortan unter Wasser leben lässt. 
Seine Mutter möchte aber an Land in ihrer alten Heimat begraben werden. Also kehrt Namora mit ihrem Leichnam nach Südamerika zurück. Als er dort sieht, wie ein anderes indigenes Volk vor seinen Augen zur Sklavenarbeit gezwungen und gepeitscht wird, verliert er den Glauben an die Menschheit und tötet alle Menschen vor Ort, bevor er sich mit seinem Volk ins verborgene Unterwasserexil zurückzieht. Er zeigt Shuri die Hauptstadt seines Reichs und diese ist fasziniert davon.

Sie soll dann über das Angebot von Namora nachdenken. Doch geortet von ihrer Schwester gelingt es dieser sie und die Wissenschaftlerin zu befreien. Dabei wird auch eine der Wachen von einer Wakanerin getötet. Zwischenzeitlich lenkt die Königin Namora außerdem ab, indem sie ihn vom Ort, an dem Shuri gefangen ist, weglockt und sich mit ihm unterhält.

Enttäuscht und verraten erklärt Namora seinem Volk den Krieg gegen Wakanda, der kurz darauf durch einen Angriff auf Wakanda ausbricht. Dem Angriff fällt die Königin Wakandas zum Opfer. Namora zieht sich zurück, stellt der Prinzessin Shuri aber erneut ein Ultimatum. Eine Woche. Und dann soll sie entweder mit ihm gegen die Menschen antreten oder sie und ihr Volk soll fallen.

Doch die Woche nutzt Shuri, deren Zorn entbrannt ist - sie möchte ihre Mutter rächen - und sie entwickelt Superrüstungen fertig für die Leibgarde. Außerdem gelingt es ihr zusammen mit der Menschenwissenschaftlerin die DNA der Pflanze, die das Volk der Naomra entstehen ließ, mit irgendeinem für ihr Volk wichtigem Kraut zu kombinieren, so dass auch sie einen Trank generieren kann, der sie zum "Black Panther" macht: Sie bekommt Superkräfte, scheint aber auch von Rache getrieben zu sein. Außerdem hat sie eine Superrüstung und sucht sich eine schicke goldgeschmückte Panthermütze aus. Zuletzt analysiert sie mit der Wissenschaftlerin die Schwachstelle Namoras und sie finden heraus, dass er Wasser braucht (auf der Haut), weil er daraus seine Kraft zieht.

Nach der Woche Zeit kommt es zum erneuten Kampf der Nationen. Diesmal gewinnt Shuri und die Wakaner durch ihre Cleverness und Shuris neue Superkräfte. Doch anstatt Namora zu töten, handelt sie besonnener, lässt sich eines Besseren belehren, unterwirft ihn nur und versucht ihn zur friedlichen kooperativen Koexistenz zu bewegen. Namora willigt ein. Ende gut, alles gut. 

Was dann noch kommt hat nichts mehr mit der Haupthandlung zu tun, diese ist abgeschlossen: Der Feind ist besiegt, der status quo ante wieder hergestellt. Das Ende bietet nur Stoff für neue Handlungsstränge: Shuri schlägt den Thron aus und begibt sich nach Haiiti zu ihrer Schwester. Namora deutet an, dass er seinen Plan, die Menschen zu bekämpfen nicht aufgegeben hat. Die Menschen würden Wakanda schon selbst angreifen und in einen Kampf verwickeln.

* Hier merke ich, dass Genderunsensible Sprache auf jeden Fall eine Wirkung hat. Denn ich ging davon aus, dass ein Mann gesucht wird. Dass "der Wissenschaftler" dann eine Frau ist hat mich aber weder stark irritiert oder verwundert, geschweige denn gestört, da das Prinzip einer gleichberechtigten und von Leistung determinierten Gesellschaft bei mir auf vollstes Verständnis trifft und zu 100% mit meinen Werten übereinstimmt.


Kommentar: 

  • - absolut mehrfachkodiert und dafür voller Identifikationsfiguren. Vor allem der "gutherzige Brüllaffe" fällt mir auf, als Identifikationsfigur. Oder "Alt gegen Jung" (Shuri und ihre Mutter oder Shuri und ihre neuen "Dolche" und ihr Kampfanzug vs. die "alte" Generälin oder auch die "coole" junge, geniale aber ungestüme Wissenschaftlerin). Eine weitere Identifikationsfigur ist der "mittlere Held", der "sympathische" CIA Agent, der nicht den vollen Durchblick hat, scheitert (seine Lügen fliegen auf, er wird durchschaut, seine Ehe ist gescheitert), sprich: der sympathische Looser und seine unsympathische Exfrau, die zufällig seine Chefin ist...Hätte es das gebraucht?
  • - wie ein alter Heldenmythos der Griechen. Vgl. Herkules oder so: Menschähnliche Wesen mit Superkräften treten gegeneinander an und verhalten sich menschlich, machen menschliche Fehler (hybris, Rachsucht, Vergeltung usw...) Herkules im Film ist erst Namora, weil er göttliche Kraft hat und fliegen kann. Erst später wird dann Shuri auch "göttlich". Aber sie ist die eigentliche Heldin. So wie Herkules z.B. den Stall des Augias säubern soll, muss sie die Wissenschaftlerin entführen und sich gegen die Namoraner behaupten
    • Der Gesang der Sirenen wird aufgegriffen - als Taktik der Namoraner
  • - wahnsinnig viel Kreativarbeit! Allein das Volk der Namoraner, als es auf den Krieg eingeschworen wird und ihre Handgeste...
  • sehr viele Rituale (Gesang, Trommeln) und Zeremonien (Aufstellungen, Zeremonien, Zeremoniell, Zeremonienkleidung) -> evozieren Gefühl des starken Zusammenhalts der Völker Wakandas und Namoras
  • - schön, dass Frauen und eine weibliche Care-Ethik den Film dominieren, auch dass die Wissenschaftlerin eine Frau ist
  • - vielleicht schön für people with color, dass der ganze Film sehr viel afrikanische Kultur transportiert, aber in Verbindung mit Hightech und Überlegenheit
  • - spannend: der Mix von Tradition und Fortschritt. Laptop und Lederhose nur anders...mit Congas und Vibraniumraumgleitern oder so. 
  • - die hamartia und der eigentliche Motor des Films: Namora, der nicht akzeptiert, dass die Wissenschaftlerin einfach in Wakanda "verschwindet". Seine eigentlich edlen Motive - sein Volk zu schützen - werden überlagert durch fehlende prudentia (Weisheit/Weitsicht) und clementia (Milde) und seiner hybris gegenüber den Wakandern, denen er sich überlegen fühlt (bis Shuri dann durch den Mord an ihrer Mutter motiviert "initialzündet") führt zu seinem Untergang. Er ermordet die Königin auch nicht direkt. Es sind Wassergranaten, die den Thronsaal lediglich fluten. Die Königin entschließt sich zu sterben, indem sie die Wissenschaftlerin vor dem Ertrinken schützt.
  • Selbstaufopferung der Mutter Shuris für die Wissenschaftlerin (heldenhaft)
  • Einsicht / Nachgeben, Anpassen, Lernen (Shuri) vs. Beharren, verhärten (Namora)
  • das Böse greift an, die gute Heldin muss nach einer Niederlage zu ihrer Stärke finden, das Gute gewinnt und die Heldin hat eine Entwicklung durchgemacht und am Ende noch etwas über sich selbst gelernt. #selfmastering 

Themen: 

afrikanische Kultur / Kultur, Technik / menschliche Zerstörwut und menschliches Kriegstreiben (Wettrennen um vernichtende Waffentechnologien) // Doppelmoral von Staaten: UN und Diplomatie vs. Geheimdienste und Militärlabors. / "Matriarchat"? / Herrschertugenden / Stärke vs. wahre Stärke / Genie und Wahnsinn / Hochmut und Fall / Sturm und Drang Genie / 


Ethischer Kern-Konflikt: 

1. "Darf man einen Menschen opfern (Wissenschaftlerin), um viel Leid zu verhindern?"
Utilitaristische "klassische" Antwort ("der weißen, alten Männer): Ja.
Bessere Antwort: care-Ethik: "Wir müssen sie nicht opfern, wir können sie verschwinden lassen."

2. Ökologischer Imperativ nach Hans Jonas und dem "Prinzip Verantwortung": Darf die Wissenschaftlerin einen Vibranium-Detektor bauen oder ist das unverantwortlich, weil er langfristig zu Krieg und Elend führen wird? 

„Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden. Oder negativ ausgedrückt: Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung nicht zerstörerisch sind für die künftige Möglichkeit solchen Lebens.“ (Hans Jonas)

Nebenkonflikt: Darf die Wissenschaftlerin in Wakanda ihre Mutter anrufen? --> Familienzusammenführung.


Dienstag, 9. August 2022

Film: Warten auf Bojangles (2022): A bitter sweet symphony


 Inhalt: 

Ein phantasiereicher Hochstapler mit dem Namen Georges trifft im Frankreich der späten 60ger auf die realitätsmüde Eskapistin Camille und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Er entscheidet sich dafür sie zur Frau seines Lebens zu machen und trotz ihrer Skepsis und ausgesprochenen Warnungen eines gönnerhaften besten Freundes ("Halunke") bezüglich des schweren Gemüts der Dame, heiratet er sie und versucht es ihr in allen Belangen recht zu machen, bis dass der Tod sie scheide. 

So ziehen die beiden zusammen und zeugen gemeinsam einen Sohn. Sie leben realitätsfern in ihrer eigenen Blase. Trübsinn und Probleme werden mit espritvoller Poesie weggeschoben und weggelogen. Dabei hat George eigentlich noch Anbindung an die Realität: Er arbeitet in einer Autowerkstatt und übernimmt diese auch und führt sie ordentlich, wenn auch ungerne. Doch er geht jeden Schritt mit, den Camille von ihm fordert. Er bringt jedes Opfer, dass ihre Liebe fordert. 

+ SPOILER +

Das Drama lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Camille möchte, das Georges aufhört zu arbeiten, um immer bei ihr zu sein. Georges verkauft also die Werkstatt. Kurz danach steht ein "Scherge" des Steuersystems vor der Türe mit der Botschaft, dass die Realität auch ihren Anteil möchte und das Fehler beim Verkauf der Werkstatt gemacht worden seien. 

Camille Gemüt - zunächst manisch depressiv mit mehr Manie als Depression, wird zunehmend fordernder. Sie sieht die Forderungen der "Philister" als Zumutung, verprügelt den Hiobsboten unter wütend, hysterischem Geschrei mit dem Regenschirm, geht nackt auf die Straße und zündet zuletzt alle ungeöffneten Briefe an, was zu einem kleinen Brand mit Feuerwehreinsatz führt. 

Die Lösung - die Einweisung in die Psychiatrie - erweist sich als Farce. Denn Heilung gibt es dort nicht für Camille, nur Unterdrückung und haarsträubende, foltergleiche Methoden, wie eine Zwangseisbadewanne und Sedierung. (Das ist nicht leicht anzuschauen!). 

Georges und sein Sohn bemerken das und entführen/ befreien Camille. Durch den "Halunken"kommen sie in Spanien in einem Schloss an der Küste von Valencia unter. Doch Camilles Wahnsinn steigert sich in eine Schizophrenie. Sie beschuldigt das Familientier, einen Kranich, sie böswillig und herablassend angeschaut zu haben. Sie erkennt Georges nicht mehr und schlägt ihn. Zuletzt begeht sie Selbstmord durch Tabletten. Georges ist tief erschüttert und lässt seinen Sohn im Schloss mit dem Halunken zurück. Warum? Das ist offen. Ich glaube, um seine Trauer zu überwinden. 

Fazit: Ein sehr aufwirbelnder und mitreissender Film über die bedingungslose Liebe zu einer schillernden Frau bis in den Tod. 


Aufbau: 

hamartia: Die Krankheit Chamilles, ihre Untauglichkeit für den Alltag.

erregendes Moment: Die Entscheidung, Camille zu heiraten und sie bedingungslos so wie sie ist zu lieben und zu unterstützen. 

Wirkung:

euphorisierend und beschwingt, aber er erregt auch "malalaise", wie es in Frankreich hieß: Beklommenheit und Sorge und die Idylle kippt irgendwann. Georges schafft es nicht mehr. 

Beeindruckend: Wie konsequent Georges das umsetzt. Wie er ihr in allen Situationen zur Seite steht, wie die drei ihren Regeln konsequent folgen und sich immer wieder an ihren Lügengeschichten aus der Tristesse und den Katastrophen herausziehen. Solange es klappt... 

Fazit: 

Ein verstörender Drama-Film, der zugleich sehr märchenhaft ist (der Prinz, der die Prinzessin rette, sie ziehen in ein Schloss usw...), bunt und wundervoll phantasiereich - aber genauso alptraumhafte Sequenzen hat und zuletzt eben doch in der Katastrophe endet. 



Samstag, 22. Januar 2022

Spiderman - No way home: Flach wie 10km Sandstrand

Unterhaltsam? Ja. 

Tiefgang? Hahahahaha! Nein. 

Sonst was? Nein. 

Und was sagt der kritische Blick? Der sagt: Das ist ein Teenie-Film und die drei Teenie Hauptfiguren sind schlechte Vorbilder für die Jugend da draußen: Clowns und trottelige clumsy Antihelden. So dumm, dass sie sich wahrscheinlich nicht mal selbst eine Tiefkühlpizza zubereiten könnten. 

Der Rest sind Spezialeffekte. Fazit: Unterhaltend? Ja. Sonst Nichts. Flach wie 10km Sandstrand. 

"Was ist cooler als Magie? Mathe!"


Dienstag, 10. August 2021

Western-Homage à la Terentino: "Once upon a time in Hollywood"

 Die Zutaten dieses unterhaltsamen Films sind: 

1. Western Zitate (Cliff bei den Hippies)

2. Film im Film (Durchbruch der 4ten Wand beim Filmdreh des Western mit Rick)

3. Erzähler

4. Übertreibung und Nonsense (Bruce-Lee, Aggro-Hippies, Flammenwerfer)

5. Belanglose Nebenrollen (Sharon)

6. (Angelesen: Realitäts-Remix...Es geht um die Manson Morde)


Typischer unterhaltsamer Terentinofilm. Kann man machen, wenn man nichts anderes zu tun hat.

Montag, 10. Mai 2021

Parasite – belanglose Unterhaltung in großartigen Bildern und abstoßender Handlung


Ein Film aus Korea mit dem Namen „Parasite“. Der Trailer weckte Neugierde und Furcht in mir, da ich kein Fan des „Feinds im eigenen Haus“-Psychothrillers bin. Nachdem er aber oskarnominiert war und auf Prime zu sehen war, gab ich ihm eine Chance.

 

Die Handlung

 

In einer Großstadt in Südkorea (S-Bahn-System) kämpft sich eine arme Vater-Mutter-Tochter-Sohn-Familie mit dem Namen "Kim", die im Souparterre in einer kleinen Wohnung haust, auf ihre Art und Weise durch. Sie verdient ihr Geld mehr schlecht als recht mit Jobs wie z.B. dem gezeigten obligatorischen Pizzaschachteln falten. Mit dem Anstand der Mutter ist es dabei nicht so weit her. Der kleine finanzielle Erfolg am Payday wird in Dosenbier umgesetzt und in trauter Familienenge begossen. 

 

Bewegung kommt in die Geschichte, als ein Freund des Sohns dem Sohn einen Nachhilfeposten in Englisch für eine Tochter aus gutem Hause vermittelt. Nach einer Begutachtung durch die Mutter bekommt er den Posten. Bereits hier zeigt sich das verfängliche Talent des Sohns, das in der ganzen Familie liegt, zu lügen und zu schauspielern: Es gelingt dem Sohn seine Schwester als Kunsttherapeutin "Jessica" aus "Illinois" für den kleinen Sohn im Hause zu anstellen zu lassen, obwohl diese keinerlei Qualifikationen dafür aber ansehnliche Photoshop-Kenntnisse besitzt. 

 

Nun erhält die Maßlosigkeit Einzug ins Geschehen. Dem Chauffeur wird von der Tochter eine Falle gestellt, der eigene Vater wird als kompetenter Ersatz eingeschleust. Doch damit ist die Familie Kim Immer noch nicht zufrieden. Zuletzt wird noch die quasi zum Hausdinventasr gehörende Haushälterin skrupellos und perfide hinausgeekelt. Dabei bedient sich die Familie deren Pfirsich-Allergie, vergiftet sie heimlich immer wieder und lässt die Hausmutter glauben, dass es sich bei der guten Frau um eine TBC-Patientin handelt, die ihre Tuberkulose verheimliche. Als Ersatz kommt – natürlich – die eigene Mutter als neue Haushälterin ins Haus. Damit ist schlussendlich die gesamte Familie Kim im Haus der guten Familie "Park" angestellt. 

 

Der Höhepunkt ist erreicht und die Familie feiert das Erreichte in asozialer Trautheit. Als die Hausbesitzerfamilie zu Ehren des kleinen Sohnes einen Campingausflug machen, um dessen Geburtstag zu feiern,  wird geknabbert und der Whisky aus der Hausbar getrunken. Doch der Friede währt nicht lange und nun muss alles ins Negative kippen. (--> Wendepunkt)

 

Jetzt spitzt sich die Handlung zu. Auslöser ist eigentlich ein katastrophaler Starkregen. Dieser bringt Geschehnisse ins Laufen, die sich aufs ungünstigste Miteinander verweben. Außerdem kommt eine zweite „unerhörte“ Begebenheit zur ersten unerhört (dreisten) Begebenheit des Einschmarotzens hinzu. Die alte Haushälterin klingelt im strömenden Regen und bittet um Einlass. Sie habe etwas im Keller vergessen. (Spoiler) 


Dort lebt ihr Mann in einer geheimen Tiefgeschoss-Bunkerwohnung, die für den Fall eines Atomkriegs oder eines Angriffs aus Nordkorea versteckter Bestandteil des Hauses ist. Den muss sie versorgen. Es kommt wie es kommen muss. Mit einer unaufhaltsamen Zielstrebigkeit läuft die Handlung nun auf ihr Ende in Katastrophenform zu. Die Haushälterin entdeckt den Schwindel und erkennt die einzelnen Bediensteten als zusammenhängende Familie. Sie versucht sie mittels einem Handyvideo, das just diese Tatsache beweist, zu erpressen, denn sie könnte es an die Hausbesitzer schicken. In einem Moment der Unachtsamkeit geht die Schmarotzerfamilie zum Angriff über, überwältigt das alte Ehepaar und sperrt es im Keller ein. Gleichzeitig trifft die Hausbesitzerfamilie wieder ein, da das Wetter durch eine Überschwemmung das Campen unmöglich gemacht hat. In letzter Sekunde kann sich der Rest der Familie, außer der Mutter, die ja die Haushälterin spielt, unter dem Sofa verstecken,  auf dem das Ehepaar wiederum nächtigt, da der kleine Junge dann wenigstens im Garten zelten möchte. Auf dem Sofa riecht der Ehemann den Vater und äußert sich über dessen Geruch. Der Vater hört das und kneift gedemütigt die Augen zusammen. Die Haushälterin und ihr Mann liegen derweil blutend im Keller.

Es gelingt der Familie Kim sich nach draußen zu schleichen. 


Am nächsten Tag soll ein spontanes Geburtstagsfest zu Ehren des kleinen Jungen im Garten gefeiert werden. Dazu werden viele Gäste eingeladen. Die Kims möchten – dabei jeder mit unterschiedlichen Motiven – unten in der geheimen Bunkerwohnung nach dem Rechten schauen. Mutter und Tochter meinen, sie wären zu hart gewesen, der Sohn geht mit einem Stein bewaffnet nach unten. Warum, Totschlag oder Friedensgeschenk und Erklärung -  das bleibt im Argen. Er wird jedoch vom alten Ehemann der alten Haushälterin überwältigt. Dieser bewaffnet sich mit einem Messer, dreht durch und sticht vor den Gästen auf die Hausbesitzerin ein, wird dann selbst mit dem Grillspieß erstochen. Der Chauffeur-Vater drückt der Hausbesitzerin ihre Wunde zu. Deren Ehemann verlangt natürlich nach einer Fahrt zum Krankenhaus oder den Autoschlüsseln. Doch anstatt zu helfen, dreht der Chauffeur Vater Kim durch und sticht den Ehemann nieder, weil er aufgrund seines strengen Geruchs die Nase zuhielt. Unmittelbar nach seiner Tat wird ihm seine Dummheit bewusst. Er flüchtet und zieht als neuer Bewohner in die geheime Bunkerwohnung ein. 

 

Der Nachspann des Films besteht darin, dass der Sohn der Familie aus einem Koma erwacht, die verhängte Strafe gnädig und auf Bewährung ausfällt. Er findet heraus, dass sich der Vater in der Kellerbunkerwohnung befindet, da er mittels Morsezeichen einen Brief an ihn kommuniziert, immer abends, wenn die neuen Hausbesitzer schlafen gehen. Der Film endet mit einer Phantasie des Sohns, dass er das Haus irgendwann kaufen würde und alles gut sei. 

Dem steht die dreckige Realität gegenüber, denn in Wirklichkeit ist der Sohn und die Familie arm wie eh und jeh.

 

 

persönliches Fazit: 


Natürlich, eine gute klassische Handlung mit tragischem Ende, aufbauend auf der Moral „crime does not pay“, mit klassischen Tragödiebestandteilen: Exposition, retardierendem Moment und einer möglichen Auflösung des Knotens ohne blutiges Ende, dann aber doch die Katastrophe, mehrere hamartias („Fallstricke“: das Aussprechen des Meerrettichgeruch des Vaters, der Glaube mit der Masche durchzukommen der Familie ) und zweierlei grundlegender "Novellen"-Abartigkeiten (eine so skrupellose Schmarotzer-Familie und das Einnisten eines weiteren Schmarotzers im geheimen Kellerbunker). Dazu klassische Protagonisten und Antagonisten. Auf der einen Seite die Armen, Gerissenen - auf der anderen Seite die Wohlhabenden und Naiven.

Alles wunderbar und gut ausgearbeitet.

Auch die Kameraführung ist brilliant. 

Dennoch ist der Film für mich reines Unterhaltungskino ohne irgendeinen kritischen Ansatz - alle Gesellschaftsthemen, vor allem soziale Armut, wird  zwar als Realität auf die Bühne gebracht, dient aber nur dem Zweck der Unterhaltung. So heißt es z.B. auch in einer Rezension der New York Times: 

"Bong has some ideas in “Parasite,” but the movie’s greatness isn’t a matter of his apparent ethics or ethos"

Zusammen mit der stumpfen Gewalt ist es für mich aber ein abstoßender Film, den ich gerne auch wieder vergesse. Eine "Farce" heißt es oft. Ähnlich wie Pulp Fiction. Ereignisse, die ihre schlimmstmögliche Wendung nehmen und in einem Blutbad enden...Kann man machen, kann man sehen, muss man aber meiner Meinung nach nicht. 

Montag, 8. März 2021

Playtime - Jacques Tati: Der alte Klassiker - zu viel für uns Junge?

 


Sehgewohnheiten ändern sich, Hörgewohnheiten auch. Die Oper ist eine Kunstform, die das eindrücklich erleben lässt, Chaque Tatis "Playtime" war am Sonntag Abend ein anderer solcher Moment.

Die Story ist schnell erzählt: Mr. Hulot verliert sich in einem Glass-Hochhaus in einem Vorort von Paris. Was er dort will - man erfährt es gar nicht genau, denn er erreicht sein Ziel so wenig, wie Kafkas Landvermesser "K."  sein "Schloss". Er überreicht eine gestressten Angestellten sein Papier und stolpert dann von einem Szenario und einer Situation in die nächste. Dabei versucht der Regisseur dem Zuschauer die unfreiwillige Komik der modernen, amerikainspirierten Konsumwelt des - wie es hieß - "Spacetech-Zeitalters"  in lauter kleine Microszenen vor Augen zu führen. Sei es der Besen mit Lichtern, Schaumstoffkissen mit Gummiüberzug, Computersprechanlagen, Büro- und Verwaltungskomplexe...

Der Tag vergeht so, bis es Abend wird und die zweite Szenerie viel Raum für Tatis Moquerie zur Verfügung stellt und einnimmt: die berühmte "Restaurantszene". Die Farbe ist noch nicht getrocknet, die Elektronik funktioniert nicht, alles wird im Geiste der neuen Hektik schnell schnell noch fertig gemacht, so dass am Ende ein rechter Pfusch entsteht, aber: Das Restaurant MUSS offen sein. Denn es ist "Opening Night".

Und so ist es, die herausgeputzten Gäste kommen, während hier und da noch Handwerker rumwuseln, Werkzeuge rumliegen, der Architekt vermisst und alle merken, dass die moderne, perfekte Fassade noch Baumacken hat oder an sich unpraktisch und unmenschlich gedacht ist. All das passiert unter der Aufsicht der hilflosen, strengen und stressbereitenden Chefkellner. Die Szene eskaliert zunehmend . mehr Leute, mehr Gewusel, mehr Pfusch, mehr Aufsicht. Richtig wild wird es, als die Band beginnt amerikanisch verrückten Jazz zu spielen. In diese Szenerie gerät Hulot, weil der Portier sich mal ein kurzes Päuschen auf dem Trotoir gönnte und Hulot als alten Kriegskameraden wiedererkennt und lautstart einlädt. "On va rigoler!" Wirklich witzig wir das dann, als im Zuge dessen die Glastüre kaputt geht, und der nur durch den Türknauf weiter seine Türe simuliert! 

Als dritter Teil - Hulot und die andere Sympathieträgerin, eine (amerikanische?) Touristin nehmen Abschied von diesem Vorort und Tati stellt alles ein bisschen wie einen Jahrmarkt da. Im Zentrum steht dabei der Kreisverkehr und alles ist wie ein Karussell. 

Typisch für Tati ist all das: kleine Mikrokomik im großen Makrokosmos, Spott über Stress, Hektik, das "Moderne" und die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, Kameradschaft und Einfachheit. Auch Teil seiner Handschrift ist die Kritik an der Damenwelt und ihren Modevorlieben, ihrem Neid und ihrer Neugier. 

Dabei ist Tati, nun in der Nachschau - ich spitze wieder rein in den Film - genial, die Ideen sind voller Liebe oder bissigem Humor, voller  Rhytmus, an Dummheit und Hass grenzende Albernheit und Perfektion, vieles ist einzigartig. z.B. die Nonnen und ihre Kopfbedeckungen oder die Ansagerin am Anfang des Films, die ihre Ansagen ins Mikrofon haucht. 

Manchmal ist es aber auch nur "nett" und einen zweistündigen Film ohne Handlung und richtige Dialoge, quasi eine Art Stummfilm, anzuschauen, mit einer Handschrift, die sich wiederholt, das strengt an und überfordert uns TikToker und Instagramer. 

Was mir als sehr akustischem Menschen auch nicht so gefällt, weil es mich anstrengt: Das poliglotte Stimmgewirr (zumindest in der Deutschen Version, in der Deutsch, Französisch und Englisch vermischt werden..."What? Yes, a table, für 3, par trois, three" - kein Mensch spricht so.... und manchmal die bewusst inszenierten Geräuschkulissen mit Stimmgewirr, Verkehrslärm, Maschinerie - eben das Chaos der Großsstadt, dem man eh zu entfliehen versucht. Das braucht man einem Middreißiger 2021 nicht neu zu erzählen ;) 


Fazit: 

Dennoch bleibt Neugierde für andere Filme des Franzosen. Denn es ist genial und einzigartig. Die Dosis macht das Gift und so lohnt es sich hier vielleicht, gerade "Playtime" in 3 Portionen zu unterteilen und nicht am Stück anzuschauen. (Opening und Hochhaus 1, Restaurant, Karrussel).
Man kann und muss sie auch eher studieren und analysieren. Einfach nur anschauen - dafür ist Playtime zu opulent, man wird erschlagen. Der Genuss liegt dann vielleicht im Anspruch und es ist nunmal ein bisschen, wie ins Museum gehen: Langsamkeit, Studium, Offenheit für Altes gehören dazu, um ein Staunen zu erzeugen. 

How bizare, how bizare: The Square

The Square hält der Welt der modernen Kunst in einer Art Mischung aus Wes Anderson gepaart mit Chaques Tati  (Absurdität) und einer Brise Jim Jarmusch (elegante Handlungsarmut und Kunstsinn) den Spiegel vor und entwickelt im Abgang ein hervorragendes Schmunzelvergnügen mit unerwarteter Feinfühligkeit und Bildern, an die man sich erinnert. 



Story (angespoilert und interpretiert) 

Die Geschichte ist schnell erzählt (Spoiler): Der Museumskurator Christian stümpert vollkommen unfähig und narrenhaft durch sein nicht vorhandenes Privatleben, dass voll und ganz durch sein Kunstleben bestimmt ist. Im Rahmen einer Ausstellung zu einem Kunstwerk mit dem Namen "The Square" kommt eine lose Aneinanderreihung von Szenen, die alle direkt darum oder in deren Dunstkreis passieren. So ist ein Handlungsstrang die Vermarktung des Museums und der Ausstellung durch ein gerissenes, junges PR-Duo, das ein an Geschmacklosigkeit kaum zu überbietendes Skandal-Werbevideo produziert, das veröffentlicht wird, ohne das Christian es als leitender Kurator einmal gesehen hat.


Denn der stümpert rum mit einer britischen Journalistin, die einen Affen im Apartment wohnen hat (warum?!), mit seinen beiden Töchtern (über die Mutter erfährt man nichts) und mit einem bizarren Diebstahl, bei dem ihm Handy und Geldbeutel abgenommen werden und denen er mithilfe seiner anderen Stümperfreunde hinterherstümpert. Am Ende geht natürlich alles in die Hose, aber im Wort Krise steckt bekannterweise - zumindest im Chinesischen - auch die Chance und so stoßen die Ereignisse und Verstrickungen in Christian eine Entwicklung an. Vom Saulus zum Paulus, einer, der auszog, das Lieben zu lernen...

 

Besonderheiten 

Der Film lässt viele Dinge im Vagen und Offenen (Wo ist die Mutter? Warum der Schimpanse? Was ist mit dem kleinen Junge am Ende passiert?) und bei aller Plumpheit, die ein erstes Seherlebnis mit sich bringt - gerade die "berühmte" Szene mit dem Performance Act des Gorilla-Künstlers, der out of control gerät, - so hat der Film doch auch einen fein gestrickten, doppelten Boden, eine zarte Symmetrie, die einem nicht entgehen sollte:
Christian sucht am Ende das, was "The Square" auch geben möchte: Das Himmelreich auf Erden - wo nach Sartre "die Hölle" auf Erden ja "die anderen sind". Der Inhalt und die Anklage des PR-Videos, dass erst ein armes Kind zu Schaden kommen muss, um die Menschlichkeit der versnobten Kunstwelt zu wecken, entspricht Christians Erlebnis mit dem "Ich mache Chaos mit Dir"- Jungen aus den Hochhausghetto. Erst der Unfall im Treppenhaus weckt Christians eigene Menschlichkeit auf, was eindrücklich in dem mehr einem wütenden Gorilla ähnelnden im Müll nach der Telefonnummer im Regen wühlenden Christian auf die Leinwand gebracht wird. 

Faszinierend und bleibend auch die Figur Christians.

Allein seine verschrobene Diktion. Christian steht als Sinnbild für die Kunst in der Realität: Ein Fremdkörper, der sich über die Dinge wundert, aber auch außerhalb von diesen steht und sich auf arrogante Art und Weise von der profanen Wirklichkeit abgrenzt. 


 



Samstag, 9. Januar 2021

Frech, Frisch, Einzigartig: Das Spiderman Universum!

Manchmal traut man sich aus seiner Komfortzone und das wird belohnt! 

Auch wenn "Spider-Man: A New Universe" nur Unterhaltungskino ist, so hebt der Film mit seiner Machart doch mahnend den Zeigefinger Richtung "Oldschool-Kino", dreht diesem auch eine spitzbübische Nase und spielt ihn an die Wand. Was ein visueller Knüller!

Ganz ehrlich - ich habe nicht damit gerechnet, eine dermaßen gute Comicverfilmung im jungen Gewand zu sehen! So viel Charme, Gag, Spritzigkeit, Drive...Und das alles aus der Perspektive eines 15 Jährigen. Stark! Anschauen! Verblüfft sein! Keinen Trailer, gar nichts, einfach reinstürzen!


Spoiler ALARM!

Allstar-Genresynkretismus /Eklektizismus: 

Die Geschichte ist eingentlich einfach: Sympathischer, mittlerer Antiheld mit Coming out of Age - und Akzeptanzproblemen väterlicherseits (wie sie Arielle die Meerjungfrau auch hat) wird zufällig mit Superkräften ausgestattet und bekommt eine Aufgabe, der er noch nicht gewachsen ist, in den Schoss gelegt. Er braucht einen Mentor und Verbündete, um die Aufgabe zu erledigen. Er muss scheitern, wachsen, über sich hinauswachsen, er selbst werden und es allen zeigen - auch seinem Vater. 

Diese klassische Handlung ist in ein dermaßen kunterbuntes Bonbonpapier verpackt, dass visuell einfach nur beeindruckt und fasziniert. In den hauptsächlich vorherrscheden fresh-sympathischen Kaffeebecher-New York Animations-Stil, der immer wieder durch trippy Elemente durchbrochen wird,  gesellen sich später andere Genres: Film noir à la Sincity, klassischer Cartoon à la Bugs Bunny, verlotterter Antiheld à la Hancock und ein Mädchen mit Roboter à la Bioshock, aber im japanischen Mangastil. Außerdem sind natürlich Comic-Elemente vertreten. Ohne Probleme könnte man bei jedem Frame (!) "STOP" drücken und hätte ein perfektes Panel aus einem Comic. 

Zusammengefasst: Wahnsinn! 

Ein Blick hinter die Kulissen: How Animators Created the Spider-Verse | WIRED

Meisterwerk der Miniaturen: Independence Day

Roland Emmerichs Blockbuster war einer der Filme meiner Jugend: Der coole Will Smith, der auch mal ausrasten darf, wenn er einem Alien durch den Canyon entkommt und austrickst, mit dem coolen Spruch "Willkommen auf der Erde" ausknockt und sich dann die wohlverdiente Siegerzigarre anzündet (ultracool)! Was für ein Held!


Knapp 20 Jahre später habe ich mir den Film wieder angeschaut und muss sagen: Die Special Effekts und die Dramaturgie sind vom Feinsten! 1996, als CGI noch in den Kinderschuhen steckte (Jurassic Park und Terminator II waren einige der ersten Filme, die hier Pionierarbeit leisteten). Das heißt: In Independence Day steckt Handarbeit, Liebe zum Detail und viel Aufwand! 






Mehr dazu findet ihr hier: Interview mit einem Beteiligten der Miniatur-Visual-Effects-Crew und hier ein Video zum Making of

Dazu kommt Schauspiel, Musik und eine in sich auch geschlossene, gut rhythmisierte, idealistische Handlung mit einer Message, die in den 90gern noch präsenter war und nicht vergessen werden dürfte (unite!). Kurzum: Ein richtig guter Film!


  

Donnerstag, 3. September 2020

Tolles Artwork, atemberaubende Welt und unterirdische Handlung: Das ist „Aquaman"















Alle drölfzig Jahre kommt er dann doch, dieser Moment, in dem man vor dem Netflix-Filmangebot steht und den größten Popcorntrash herauspickt. So war es bei uns, einer Couchsurferin, meiner Mitbewohnerin und mir gestern. „Oder wollen wir Aquaman kucken? Nur die ersten 15 Minuten, und dann wissen wir ja, ob er lohnenswert ist." Soweit die Theorie, geschafft haben wir 45 Minuten, dann hat es uns gereicht. Zuviel Geballer, zuviel blubbblubb, zu viele Testosteron-Hirnausfälle, zu viele sich gegenseitig jagende Schnitte, Superlative, Farben und grobklotzige Handlungsbrocken.Trotzdem haben wir den Film, dann nur noch zu zweit, im zweiten Anlauf angeschaut. Und dann auch noch ein Making-Off. Also irgendeine Faszination hat der Film ja, aber welche? 

Ohne Umschweife: Die Welt, die das Team hier aufgebaut hat - und damit meine ich die Setdesigner, die Kostümdesigner, die Visual-Artists - was diese Crew aus dem Meer gestampft hat, das ist atemberaubend! Eine vollkommen eigene, neue Welt unter Wasser - mit verschiedensten Stämmen und Rassen - die einen rein, stolz und erhaben wie Seepferdchen, auf denen sie auch reiten, die anderen fischig, schuppenbedeckt, glitschig und ängstlich, wie Fische eben so "sind", wieder andere grob, ruppig und gepanzert, wie man sich weiterentwickelte Krabben eben vorstellt, Hai- und Basilosaurus-Reiter und zuletzt augenlose, schuppig-glitschige Jagdtierfisch-Kreaturen. Soviel nur zu den Charakteren

Dem stehen die Schauplätze an nichts hinterher: Wracke, alte Hallen mit  vorsichhinmarrodierenden Riesenstatuen von gedreizackten Königen, wie man sich Atlantis eben vorstellt, weite Hallen voll Prunk und Publikum für königliche Aufmärsche und Verkündungen, Atom-U-Boote, Tiefseelandschaften und eine kaum in Worte zu fassende idyllische Oase mit einem fein zerstäubenden Wasserfall, das das Tor in zum Unterwasserprüfungsbereich für den Dreizack-der Dreizäcke darstellt. Wow, Wow, Wow! 

Und zuletzt die Kostüme und das restliche Artwork: Broschen, Umhänge, Kronen, Masken, Hybridanzüge, die es den Meeresbewohnern, die keine Landluft verarbeiten können, über ein Wasserkreislaufsystem mit lufthaltigem Wasser versorgen, Rüstungen! Selbst die dummklobige Kriegerantiheldenfigur "Manta" wird mit einem Anzug ausgestattet, der im Gedächtnis bleibt! 

All das ist phantastisch und wunderbar und würde man aus all diesen Gegenständen ein Museum oder einen Erlebnispark machen - das Auge käme aus dem Staunen nicht heraus! Und so wirkt es auch, dass die gesamt Filmcrew dermaßen in die Phantastik dieser Welt eingetaucht ist, dass sie gar nicht wahrnimmt, wie dünn die Handlung dieses Films ist, wie klischeehaft und holzschnittartig die Figuren sind, wie berechenbar und geradlinig der Handlungsverlauf ist. Gut, das ist eben Popcornkino: Hirn aus, Film an! Warum sollte man sich nicht ab und an verwöhnen lassen von einem Heldenepos, der klassisch zwei Links-zwei Rechts gestrickt ist? Wir Menschen als simple homini narrativi sind nunmal auch so gestrickt, dass diese Art von Geschichten und Identifikationsfiguren unser Herz leicht erweicht und erwärmt! 

Warum haben wir also trotzdem nach 45 Minuten ohne schlechtes Gewissen den Beamer ausgeschaltet? Die Antwort lautet Rhythmus. Rhytmus, Rhythmus. Alles ist eine Frage des Rhythmus und ohne den richtigen Rhythmus funktioniert ein Film nicht wirklich. Ums auf den Punkt zu bringen: Der Film trampelt auf dem Besucher herum wie ein Manta im Porzellanmuseum, weil er meint, es müssen schnelle, rasante, ballernde, explodierende, schreiende, furchtbar vorhersehbar vertonte Standardbestandteile des Hollywoodfilms dermaßen schnell an den Mann gebracht werden, dass er Mann und Frau dabei abhängt und die Genialität des eigenen Artworks verrät! Es ist eine Krankheit des neuen Kinos, vielleicht auch einfach des Genres Abenteuer-Action-Film, dass man meint, es müsse schnell und viel aus verschiedenen Richtungen und Blickwinkeln -mit ganz viel CDI-Grafik unterstütze - Superlativ-Kacke wie auf einem außer Rand und Band geratenen Sushiband am Zuschauer vorbeirasen! Aber selbst wenn er dabei einen delikaten Happen entdeckt, den er gerne genießen würde, dann ist dieser bereits zwei oder drei Stationen weitergerast und in unerreichbarer Nähe, während pausenlos neue Eindrücke auf den hungrigen Zuschauer einprasseln! 

Was bleibt? Mehr Masse als Klasse. 

Inhalt

Die Story ist natürlich trotzdem dünn, aber im kurzen soll sie hier vorgestellt werden. (Spoiler ab 5.)

1. Vorstellung des Helden: Ultrabösewichte versuchen ein russisches Atom-U-Boot zu kapern. Aquaman rettet und befreit sie, bringt dabei allerdings den Vater von einem der Terroristen um, der sich in dem Moment ewige Rache schwört

2. Erzählt wird die Vorgeschichte und die Herkunft des Aquamans: Seine Mutter wurde verletzt angespült und vom LEuchtturmwärther gefunden. Die beiden verlieben sich und zeugen ein Kind, bis die Vergangenheit die Mutter einholt: Wassermenschen kommen um sie zu holen, denn sie ist als Königin hochzeitsstrategisch eine wichtige Systemgeisel unter Wasser. Sie kehrt zurück. 

3. Aquaman lebt vor sich her, säuft mit Daddy und lässt sich mit harten Kerlen fotografieren

4. Die Unterwasserbewohner planen einen Angriffskrieg auf die Landbewohner, denn diese verschmutzen ja die Meere, sind aber nicht nur rücksichtslos sondern würden auch die Unterwassermenschen ausrotten wollen. Keiner will es glauben - in dem Moment wird die stattfindende Versammlung plötzlich von einem Menschen-U-Boot unter Torpedobeschuss genommen. Das überzeugt die Meeresbewohner, dass ihr neuer Führer recht hat. 

5. Schnell erfährt man, dass dieses Manöver aber eingefädelt und teil einer Intrige ist - ein eingefädeltes Täuschungsmanöver, um den bösen Unterwasserkönig seinen Plan Alleinherrscher über alle Meeresbewohner zu werden und Krieg zu führen zu ermöglichen. Buh! 

6. Los geht der Krieg mit einer Tsumami und einer Leerung der Meere von Müll und Menschenbooten. Der fällt Daddy von Aquaman beinahe zum Opfer. Gleichzeitig taucht eine andere Meeresprinzessin auf und bringt "Aquaman" auf die Spur, den er ist blutrechtlich der eigentliche Herrscher über die Meeresbewohner. Aquaman will das aber nicht. Er lässt sich überreden, lässt sich dem bösen König vorführen und unterliegt beim ritualisierten Schaukampf, der zeigen soll, wer der wahre - also stärkere - König ist. Statt zu sterben wird er aber von Prinzessin X..äh Mera gerettet und sie fliehen per Pinocciotrick vor dem blutrauschigen Halbbruder und Herrschaftsanwärter König Y ...äh Orm. 

7. Typische Doppelwegstruktur: Aquaman muss Aquaman werden und sich beweisen. Manta jagt ihn, Orm will ihn totsehen. Aquaman siehts ein und macht sich mit Prinzessin Mera Indiana-Jones-like auf die Suche nach dem goldenen Megadreizack, der ihm Macht, Ansehen bereiten und ihn damit zum König machen wird. 

8. Über mehrere Etappen, z.B. die Wüste Gobi und Sizilien, und gejagt von Assassinen und feindlichen Meereswesen finden sie den richtigen Weg zum Dreizack wo Mama-Aquaman auch wartet und die Frauen ihn darauf einschwören endlich zum König zu reifen. 

9. Der Dreizack wird von einem Mega-Urzeit-Bewohner bewacht. Aquaman gewinnt nicht durch Stärke sondern durch Empathie. Er kann sich nämlich mit Meeresbewohnern verbinden. Das macht er auch, nimmt den Dreizack und ist nun der richtige König Aquaman. 

10. Als König Aquaman auf König Y Orm trifft, der mit seiner Armee loszieht und erstmal der alleinige Meeresherrscher werden will,  kommt es zum Showdown. Aquaman ist jetzt stark genug und gewinnt im Zweikampf gegen König Y. Natürlich hat er sich während der gemeinsamen Reise auch mit Prinzessin Mera zum Paar entwickelt. Mama besucht Daddy. Manta lebt noch und will Rache für Teil 2. Fertig.