Es gibt eine life-Veröffentlichung von ihnen mit dem Namen "Alchemy". Hier der Hit "Sultans of Swing"
Sonntag, 24. Mai 2020
Es gibt eine life-Veröffentlichung von ihnen mit dem Namen "Alchemy". Hier der Hit "Sultans of Swing"
Sonntag, 17. Mai 2020
Die zwei Päpste - irgendwie ein ganz besonderer Film
Weder überfordern, noch langweilen darf ein Film seinen Zuschauer, wenn er gut und trotzdem erfolgreich seien möchte. Matrix, Twelf Monkeys, Avatar, Inception - Filme, die mit mehreren ineinander verschachtelten Realitäten arbeiten sind, berühmte Kandidaten, die diese Gratwanderung meistern. Und auf seltsame Weise und doch ganz anders reiht sich auch Meirelles Film über die beiden Päpste in diese Reihe ein. Zugegeben, der Vergleich ist etwas weit hergeholt, da man nicht in eine Computersimulation, einen anderen Planeten und einen anderen Körper und auch nicht in die Träume anderer Menschen einsteigt und sie dort manipuliert. Aber mit der Zeitreise und Twelf Monkeys ist man vielleicht gar nicht so weit davon entfernt. Warum? Das erkläre ich hier!
Zunächst muss ich als werdender Dinosaurier aber noch kurz kommentieren und bezeugen, wie sich die Filmbranche verändert hat!
Zu meiner Jugend kam ein Film in die Kinos. Über neue oder laufende Filme wurde man informiert über Mundpropaganda, die Mickey Maus, die Trailer im Kino selbst, das Jugend-Action-Magazin "Limit" oder Werbung und Artikel in der Zeitung. Irgendwie bekam man außerdem auf ganz wundersame Art und Weise das Erscheinen jedes neuen Disneyfilms mit. Aladin, die Schöne und das Biest, der König der Löwen, Tarzan, Mulan Lilo und Stich - irgendwie hat Disneys Propaganda IMMER funktioniert! Das Internet gab es damals zuerst noch nicht oder es spielte nur eine marginale Rolle.
Der Film, über den ich hier schreibe, lief gerade einmal zwei Woche im Dezember 2019 Kino, um für die Oskars nominiert werden zu können, bevor er als exklusive Netflix Produktion seitdem auf Netflix läuft. Netflix ist ein sogenannter Streaming-Anbieter, das heißt, er bietet überwiegend Serien aber auch Filme, als Online-Stream zum Zuhausekucken an. Im Falle Meirelles Film also im Homekino, im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist schon ein bisschen verrückt, zumal die Idee schon vor dem Corona Lockdown durchgezogen wurde. Zusammengefasst möchte ich also dokumentieren, dass sich das Filmwesen derart entwickelt hat, dass das Internet zunächst gar keine Rolle spielte und jetzt am Thron des traditionellen Kinobesuchs, gewissermaßen am Kinosessel selbst, sägt.
So, nun aber zu den Vatikanhütern.
Der Inhalt des Films ist so einfach, wie schwer zu erzählen. Wenn man wollen würde, könnte man sagen, dass der Film nicht mehr ist, als eine kirchenpolitische Dienstunterhaltung zwischen dem Papst und einem seiner Kardinäle in der Sommerresidenz des Papstes, denn der Kardinal möchte zurücktreten. Über zwei Stunden würde dieser Inhalt den Otto-Normal-Filmkonsumenten aber überfordern, schließlich ist der Film ein Mainstreamfilm und keine Nischendoku, wie z.B. "Die große Stille". Also muss mehr drinnenstecken als trockene Kirchenpolitik. Und das tut es auch.
Dabei sind die Zutaten, die den Film zu dem machen, was er ist, folgende: Zum einen sind die Figuren Ratzingers und Bergoglio Widersacher, Kontrahenten oder wenigstens Duellanten. Ein verknöcherter, alter, freudloser Dienstvollstrecker, konservativ bis über beide Ohren - Ratzinger - trifft auf einen sympathischen, jovialen, volksnahen, fußballbegeisterten und freien Lebensfreund Bergoglio. Einen großen Teil des Films macht es aus, wie Ratzinger seinem Dienst-Untergebenen die Unterschrift unter sein Rücktrittsgesuch verweigert, ihn patriarchisch ein ums andere Mal die kalte Schulter zeigt und abblitzen lässt. Mit einer Engelsgeduld und Verstandesschärfe fängt Bergoglio das auf. "Wird Ratzinger ihm den Dienst erweisen? Bekommt Bergoglio die Unterschrift?" Das sind die Fragen, die die Spannung des Zuschauer zunächst für das erste Drittel des Films, beim Eiertanz der beiden außergewöhnlichen Figuren, amüsiert zuschauen lässt. Bergoglio, mit dieser wahnsinnigen Milde im Gesicht, wird immer sympathischer! "Wird er den alten sturen Bock bekehren? Lässt er sich bekehren?" Zunächst also ein Kammerspiel.
Einen Wendepunkt nimmt den Zuschauer dann mit in eine retrospektive Berg-und-Talfahrt durch die Erinnerungen des sympathischen Underdogs Bergoglio. Denn der Papst möchte zurücktreten und Bergoglio als seinen Nachfolger.
Warum dies nicht geht, das versucht der Kardinal im zweiten Teil des Films zu erklären. Ausgerechnet dieser Sympathiebolzen weist Fehler auf? Geschickt führt Meirelles den Zuschauer weiter durch den Film. Zunächst wagt er einen Abstecher in das Thema, das jeden angeht: Die Liebe. Und er zeigt, wie sich Bergoglio gegen die Liebe entscheidet und für das Priestertum bei den Jesuiten. (Ein Fehler? Wir denken mit der Hauptfigur an manchen Stellen darüber nach, aber nur in Bildern...) Meirelles bringt uns die Figur Bergoglio nähern und gleichzeitig entfremdet er uns von ihr und lässt uns begreifen, dass er anders ist, als wir. Wir finden uns zwar wieder in seinen Selbstzweifeln und seiner Fehlerhaftigkeit und fühlen mit ihm - oder der Braut - die große Liebe, die uns alle schon berührt hat. Aber wir schauen auch erstaunt auf ihn, weil er anders handelt, als wir: Er folgt dem Ruf Gottes in das Priesterseminar. Dies ist die eine Episode aus der Vergangenheit. Bergoglios, die uns die Figur, die vorher so glatt und nichts als gut, warmherzig und offen war, in ein anderes Licht rückt und näherbringt.
Und dann geht es raus aus dem Privaten und rein in die große, politische Welt und Meirelles lässt uns ein Dilemma an der Seite seiner Figur durchleiden. Wir erleben, wie Bergoglio Schuld auf sich lädt im argentinischen Bürgerkrieg.
Warum dies nicht geht, das versucht der Kardinal im zweiten Teil des Films zu erklären. Ausgerechnet dieser Sympathiebolzen weist Fehler auf? Geschickt führt Meirelles den Zuschauer weiter durch den Film. Zunächst wagt er einen Abstecher in das Thema, das jeden angeht: Die Liebe. Und er zeigt, wie sich Bergoglio gegen die Liebe entscheidet und für das Priestertum bei den Jesuiten. (Ein Fehler? Wir denken mit der Hauptfigur an manchen Stellen darüber nach, aber nur in Bildern...) Meirelles bringt uns die Figur Bergoglio nähern und gleichzeitig entfremdet er uns von ihr und lässt uns begreifen, dass er anders ist, als wir. Wir finden uns zwar wieder in seinen Selbstzweifeln und seiner Fehlerhaftigkeit und fühlen mit ihm - oder der Braut - die große Liebe, die uns alle schon berührt hat. Aber wir schauen auch erstaunt auf ihn, weil er anders handelt, als wir: Er folgt dem Ruf Gottes in das Priesterseminar. Dies ist die eine Episode aus der Vergangenheit. Bergoglios, die uns die Figur, die vorher so glatt und nichts als gut, warmherzig und offen war, in ein anderes Licht rückt und näherbringt.
Und dann geht es raus aus dem Privaten und rein in die große, politische Welt und Meirelles lässt uns ein Dilemma an der Seite seiner Figur durchleiden. Wir erleben, wie Bergoglio Schuld auf sich lädt im argentinischen Bürgerkrieg.
Der Kardinal selbst stellt es so dar, dass er mit der Junta kooperierte und die Jesuiten verraten hatte. Dies mache es ihm unmöglich Papst zu werden. Es ist die dunkelste Episode des Films. Recht schonungslos zeigt Meirelles die gräulichen Seiten des Menschen, die abscheuliche Hässlichkeit profaner, "gottloser" und egoistischer Machtpolitik, die skrupellos politische "Säuberungen" vornimmt, die erschießt, einsperrt und einschüchtert.
Dabei trifft Bergoglio nicht die Schuld, die er sich gibt, zumindest kantianisch gedacht: Sein Wille war gut und nach Kant ist dieser das einzige, das beim Handeln zählt. Meirelles lässt es außerdem nicht aus, die Missbrauchsfälle der Kirche als Gegengewicht zur "großen Schuld" auf Seiten Ratzingers und der katholischen Kirche in Europa anzubringen.
Doch aller guten Dinge sind drei und die dritte Zutat, die den Film garniert und so außergewöhnlich macht, dass es wert ist, ihn zu erzählen und der bequeme Mainstreamkucker doch aufgrund des sonderbaren Inhalts Gefallen am Film findet: Es ist die berühmte unerhörte Begebenheit, die dem Film nochmals besondere Würze gibt: Der Papst möchte zurücktreten (!) und seinen Platz freimachen für Bergoglio, denn er ist alt und ausgebrannt, freudlos und meint, er höre die Stimme Gottes nicht mehr und er erkennt, das Bergoglio genau die Wendung in der Kirchenpolitik verkörpert, die der Kirche fehlt.
Insofern wird es ein Katz- und Mausspiel bei dem viel auf dem Spiel steht, und große Entscheidungen anders getroffen werden, als bei uns Ungläubigen. Denn es gibt einen Faktor, der uns nicht betrifft: Gottes Willen und die Selbstverpflichtung Bergoglios in Gottes Dienst zu stehen.
Ein "Ich möchte das nicht" alleine, reicht nicht aus. Die Figuren müssen sich fragen: "Möchte Er es auch?", "Würde ER es mir verzeihen?" "Ist ES ein Zeichen von IHM?"
Ein "Ich möchte das nicht" alleine, reicht nicht aus. Die Figuren müssen sich fragen: "Möchte Er es auch?", "Würde ER es mir verzeihen?" "Ist ES ein Zeichen von IHM?"
Schließlich bekommt der Film noch weitere Würze durch die Standesklausel, durch das Setting, in dem er spielt: Denn eine böse Tat wiegt für einen Papst oder einen Papstanwärter - den Vertreter Gottes auf Erden - nunmal schwerer, als für den normalsterblichen Sünder. Der Rücktritt von einem Chefposten einer Firma ist nunmal etwas Anderes, als der Rücktritt vom Papstposten.
Zusammengefasst: Meirelles webt einen äußert vielschichtigen Film, der Anteile einer Novelle in den höchsten Sphären der Macht besitzt und dabei recht klassisch eine Rahmenhandlung aufweist, wie "Der Schimmelreiter".
Diese selbst ist aber schon so außerordentlich - der Papst möchte zurücktreten! -, dass sie den Rahmen des Gewohnten sprengt. In diese exquisite Rahmenhandlung ist eine Binnenhandlung eingewebt, die uns in Form einer Retrospektive schrittweise an die Figur Bergoglios heranführt - als Privatperson und als politische (Schach-)figur, die unter äußeren Zwängen handeln muss. (Hier sidn nun auch die entfernten Parallelen zu Inception, 12Monkeys usw...)Eine dritte Quelle, die dem Film Leben einspeist, ist die Unterschiedlichkeit der beiden alten Männer und die Verbissenheit auf beiden Seiten, mit der sie ihre Ziele auf unterschiedliche Weise erreichen möchten. Sie arbeiten sich aneinander ab. Bei diesem Duell zuzuschauen bereitet Freude!
Diese selbst ist aber schon so außerordentlich - der Papst möchte zurücktreten! -, dass sie den Rahmen des Gewohnten sprengt. In diese exquisite Rahmenhandlung ist eine Binnenhandlung eingewebt, die uns in Form einer Retrospektive schrittweise an die Figur Bergoglios heranführt - als Privatperson und als politische (Schach-)figur, die unter äußeren Zwängen handeln muss. (Hier sidn nun auch die entfernten Parallelen zu Inception, 12Monkeys usw...)Eine dritte Quelle, die dem Film Leben einspeist, ist die Unterschiedlichkeit der beiden alten Männer und die Verbissenheit auf beiden Seiten, mit der sie ihre Ziele auf unterschiedliche Weise erreichen möchten. Sie arbeiten sich aneinander ab. Bei diesem Duell zuzuschauen bereitet Freude!
Das alles betraf nun die Handlung. Aber auch wie die Bilder eingefangen, rhythmisiert, vertont und zusammengeschnitten sind, verleiht dem Film einen einzigartigen Touch!
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| unvergesslich zusammengeschnitten: die Papstwahl |
Mögliche Überschriften:
1. Die Bekehrhung des Sturkopfs
2. Die Erkenntnis des Sturkopfs: Du bist der neue Papst! Dich braucht die Kirche!
3. "Nein, ich kann das nicht!": Bergoglios Vergangenheit im argentinischen Bürgerkrieg.
4. Doch, du kannst. Der Papst tröstet und spendet Glauben.
5. "Auch ich habe Schuld!" - Ratzinger und die Missbrauchsfälle.
6. Wir tanzen Tango!
7. Ende gut, alles gut!
Montag, 20. Januar 2020
Don't cry for me...Evita im Mainfrankentheater
Evita - ein Klassiker und im Kollektivgedächtnis verankert durch das catchy Motiv zum einen und dessen Gestaltung durch Madonna zum andern - inszeniert am Mainfrankentheater Würzburg.
Inhalt
Inszenierung
Das Mainfrankentheater ging in die Vollen und brachte mittels seiner Drehbühne und abseilbaren Showrahmen und anderen Objekten ein turbulentes, fulminantes Stück auf die Bühne. Highlights waren ein alter Cadillac oder Chervolet, der aus der Zeit zu stammen schien, ein immens hohes Hochzeitskleid als Symbol zur Verdeutlichung der Art und Weise, wie Evita sich als Braut Argentinies inszeniert und den Anschein erwecken will, mit ihrer Ausstrahlung und Liebe alle Probleme als Übermutter und Überbraut lösen zu können und eine Fotobox, die eingesetzt wurde, um die Flüchtigkeit und Einmaligkeit der Bekanntschaften und Liebschaften Evitas in ihren "jungen Jahren" zu zeigen. Das Stück war musikalisch perfekt umgesetzt, meine Highlights waren der Gitarrist, der wirklich in der Musik drinnen war, der Bassist, der eine tragende Rolle in der Musik Webbers spielt und eine Keyboardspielerin. Im Gesamten ist aber natürlich das ganze Ensemble zu loben, das dieses etwa zwei Stunden dauernde Stück professionell und fehlerfrei durchgehalten hat. Tänzer, Schauspiel und Gesang sind ebenso zu loben genauso wie die Kostüme, die zwar etwas altbacken nach 40gern bis 60gern wirkten - aber in dieser Zeit und aus dieser Zeit stammt das Stück (Evita Péron starb 1952)- also was soll man daran kritisieren außer, dass es den eigenen Geschmack nicht treffen könnte?
Besonderes:
Im Gesamten hat mich das Stück ein wenig an eine Passion erinnert. Insbesondere das Volk mit seinen ambivalenten und schnell wechselnden Gefühlen erinnerte mich an die Rolle des Volks in der Matthäus Passion, die ich im Deutschaus-Chor mitsingen durfte...So wird Evita auch vom Volk instrumentalisiert, so wie das Volk sie gerade braucht: Als Heilige, als Abnehmerin ihrer Bitten oder als Aushängeschild und zauberhafte Feeengestalt.

Für mich ist eine Stück außerdem besonders hängen geblieben ist das Stück "Goodbye and thank you"
Abserviert werden...Tröstlich, dass man nicht der Einzige ist.
Dass auch die abservierte Exfrau des Präsidenten gezeigt wird, ebenso tröstlich.
https://www.youtube.com/watch?v=4sa9oMej5B8
Inhalt
Das Stück handelt von der Kellnerin Evita und ihre Stationen hin in die höheren Gefilde der Macht Argentiniens. Zunächst als Kellnerin mit einem Sänger liiert schließt sie sich diesem nach Buenas Aires an. Dort macht sie sich sehr schnell durch ihr Aussehen, ihre Ausstrahlung und ihr Sexappeal einen Namen in der Männerwelt. Gleichzeitig ändert sie ihr Metier und arbeitet nun als Rundfunkmoderatorin und Schauspielerin. Sie schläft sich nach oben bis zum General Peron. An seiner Seite regiert sie Argentinien als Aushängeschild, gleichermaßen mit Star- und Heiligenattributen. Die Zeit fordert ihren Tribut - ihre Gesundheit und Energie verschwinden mit dem Alter und sie stirbt. Dabei legt das Stück Wert darauf, verschiedene Bereiche zu beleuchten. Erzählt wird das Leben Evitas von einem kommentierenden, kritisch-aufklärerischen Moderator - eine Weiterentwicklung des antiken Chors -, der kein gutes Haar an Evita lässt und immerzu versucht, ihrem Starglämmer, ihren Verführungskräften und ihrer Verklärung durch das Volk kritisch entgegenzutreten und auch die menschlich-allzumenschlichen Seiten ihres Lebens hervorzuheben. So ist der Höhepunkt seines Auftretens beispielsweise die Enthüllung, dass eine von ihr ins Leben gerufene Stiftung nichts anderes sei als eine Lüge und alle Einnahmen der Stiftung Evita selbst zu gute kämen, sicher gebunkert auf einer Schweizer Bank. Auch der Autor selbst zeigt Schattenseiten Evitas, deren Starallüren ihr zu Kopf steigen und die gekonnt weiß sich zu inszenieren. Immer wieder spielt sie das naive, unschuldige Mädchen, dass versucht der argentinischen Bevölkerung, insbesondere der ärmeren, zu helfen. Und ebenso arbeitet das Stück daran, diese Selbstinszenierung zu dekonstruieren. Übrig bleibt eine zweifelbehaftete Existenz, ein Hoffnungsträger der ärmeren Bevölkerung und die offene Frage, inwieweit Evitas Handeln so selbstlos ist, wie sie es selbst glaubt oder glauben machen will.
Inszenierung
Das Mainfrankentheater ging in die Vollen und brachte mittels seiner Drehbühne und abseilbaren Showrahmen und anderen Objekten ein turbulentes, fulminantes Stück auf die Bühne. Highlights waren ein alter Cadillac oder Chervolet, der aus der Zeit zu stammen schien, ein immens hohes Hochzeitskleid als Symbol zur Verdeutlichung der Art und Weise, wie Evita sich als Braut Argentinies inszeniert und den Anschein erwecken will, mit ihrer Ausstrahlung und Liebe alle Probleme als Übermutter und Überbraut lösen zu können und eine Fotobox, die eingesetzt wurde, um die Flüchtigkeit und Einmaligkeit der Bekanntschaften und Liebschaften Evitas in ihren "jungen Jahren" zu zeigen. Das Stück war musikalisch perfekt umgesetzt, meine Highlights waren der Gitarrist, der wirklich in der Musik drinnen war, der Bassist, der eine tragende Rolle in der Musik Webbers spielt und eine Keyboardspielerin. Im Gesamten ist aber natürlich das ganze Ensemble zu loben, das dieses etwa zwei Stunden dauernde Stück professionell und fehlerfrei durchgehalten hat. Tänzer, Schauspiel und Gesang sind ebenso zu loben genauso wie die Kostüme, die zwar etwas altbacken nach 40gern bis 60gern wirkten - aber in dieser Zeit und aus dieser Zeit stammt das Stück (Evita Péron starb 1952)- also was soll man daran kritisieren außer, dass es den eigenen Geschmack nicht treffen könnte?
Insofern Hut ab - wieder eine kaum kritisierbare Meisterleistung! Wehrmutstropfen: Der Einsatz einer Kamera in einer Szene und die Simultanprojektion auf eine große Projektionsfläche hinter der Bühne - die Zeitverzögerung bekommt man nicht weg und Asynchronitäten nerven mich. Ebenso die Entscheidung, eine durchaus energetisch anstrengende Rede Evitas als Playback laufen zu lassen. Auch das führte zu komisch wirkenden Asynchronitäten...verständlich ist die letzte Entscheidung alle Mal - so anstrengend, wie das Stück für die Hauptdarstellerin sein muss!
Besonderes:
Im Gesamten hat mich das Stück ein wenig an eine Passion erinnert. Insbesondere das Volk mit seinen ambivalenten und schnell wechselnden Gefühlen erinnerte mich an die Rolle des Volks in der Matthäus Passion, die ich im Deutschaus-Chor mitsingen durfte...So wird Evita auch vom Volk instrumentalisiert, so wie das Volk sie gerade braucht: Als Heilige, als Abnehmerin ihrer Bitten oder als Aushängeschild und zauberhafte Feeengestalt.

Für mich ist eine Stück außerdem besonders hängen geblieben ist das Stück "Goodbye and thank you"
Ché: Goodnight and thank you, MagaldiYou've completed your taskWhat more could we ask of you now?Please sign the book on your way out the doorThat will be allIf we need you, we'll callBut I don't think its likely somehow
Eva: Oh, but it's sad when a love affair diesThe parting, the closing of doorsBut we must be honest, stop fooling ourselves
Ché: Which means "Up yours!
Abserviert werden...Tröstlich, dass man nicht der Einzige ist.
Dass auch die abservierte Exfrau des Präsidenten gezeigt wird, ebenso tröstlich.
https://www.youtube.com/watch?v=4sa9oMej5B8
Dienstag, 15. Oktober 2019
Kabale und Liebe - Gefühlsmassaker und Freiheitskampf. Ein Evergreen!
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| Der Präsident und Wurm |
Was kann man dazu sagen?
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| Das Unheil nimmt seinen Lauf: Louise im Moment, als Wurm ihr das Verfassen des Briefs an Kalb abverlangt |
Dem gegenübergestellt ist der Traum einer ständelosen Gesellschaft - "wenn Menschen nur noch Menschen sind, dann werde ich reich sein", in der Miller "vor Gott kniet und nicht vor Schelmen". Und in dieses Bürgertum - zu dem rein faktisch Ferdinand auch gehört - wird eine Liebe versenkt, eine romantische, allumfassende und wuchtige Sturm-und-Drang- Liebe: "Wilde Wünsche werden in meinem Herz rasen".
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| Miller und seine Tochter: er bringt sie vom Selbstmord ab; Die Verklärung ihrer Figur hat bereits begonnen (weißes Kleid und Kreuz) |
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| Ferdinand verzweifelt. Louise spricht nicht aufgrund des Eids, an den sie sich hält |
Schiller kleidet all das in gehobene Sprache, wuchtige Sprache, die trotzdem verständlich bleibt, und verletzende Ehrlichkeit der vertrauten Figuren untereinander. Mich hat es aufgewühlt, ich hatte Mitgefühl und bange Hoffnung, dass alles sich doch irgendwie zum Guten wendet. Allein Ferdinand wird irgendwann wirklich Opfer seiner Gefühle - aber nachvollziehen kann ich ihn.
Die Inszenierung am MFT war wirklich gut. Die Schauspieler überzeugten und - bei aller Kritik, die Brecht ja schon äußerte, dass die revolutionäre Sprengkraft des Stücks zur bourgeoisen Abendunterhaltung umgemodelt wurde - es war wahnsinnig imposant und beeindruckend so einen Klassiker beinahe ungekürzt auf die Bühne gebracht zu sehen. (Was für ein Mut, solch ein Stück 1784 herauszubringen!)
Musikalisch unterlegt mit einem Cello, eine sehr eigene aber gelungene Interpretation des Marshall Kalb mit pinken Schnallenschuhen aus Gummistiefel-Material, Barockkostüme, eine gute Ausleuchtung und ein langer Holzsteg bis über den Orchestergraben - gefühlt fast weit in das Publikum hinein, all das hat Stimmung erzeugt!
In eigener Sache: Ferdinand - als er sich verraten vorkommt. Mit ehrlichen, großen Gefühlen...er hat mir aus der Seele gesprochen):
Es ist nicht möglich! nicht möglich! Diese himmlische Hülle versteckt kein so teuflisches Herz – – Und doch! doch! (...) Ein unerhörter, ungeheurer Betrug, wie die Menschheit noch keinen erlebte! (...)
Mich so ganz zu ergründen! – Jedes kühne Gefühl, jede leise schüchterne Bebung zu erwiedern, jede feurige Wallung – An der feinsten Unbeschreiblichkeit eines schwebenden Lauts meine Seele zu fassen – Mich zu berechnen in einer Thräne – Auf jeden gähen Gipfel der Leidenschaft mich zu begleiten, mir zu begegnen vor jedem schwindelnden Absturz – Gott! Gott! und alles Das nichts als Grimasse? – Grimasse? O, wenn die Lüge eine so haltbare Farbe hat, wie ging es zu, daß sich kein Teufel noch in das Himmelreich hineinlog?
Da ich ihr die Gefahr unsrer Liebe entdeckte, mit welch überzeugender Täuschung erblaßte die Falsche da! Mit welch siegender Würde schlug sie den frechen Hohn (...) zu Boden (...).
Sie weiß, was sie aus mir gemacht hat. Sie hat meine ganze Seele gesehen. Mein Herz trat beim Erröthen des ersten Kusses sichtbar in meine Augen – und sie empfand nichts? empfand vielleicht nur den Triumph ihrer Kunst? – Da mein glücklicher Wahnsinn den ganzen Himmel in ihr zu umspannen wähnte, meine wildesten Wünsche schwiegen – vor meinem Gemüth stand kein Gedanke, als die Ewigkeit und das Mädchen – Gott! da empfand sie nichts? fühlte nichts, als ihren Anschlag gelungen? nichts, als ihre Reize geschmeichelt? (...)Nichts! als daß ich betrogen sei?
(Akt 4, Szene 2)
Freitag, 11. Oktober 2019
Kein Schiff wird kommen - Mainfrankentheater
Schmunzette entwickelt sich zum Psychothriller
Applaus, Applaus, ein geniales Ensemble, ein gewagtes Stück mit einer Prise Psychothriller!
Inhalt (ohne Spoiler)
Der junge Wahlberliner Dramatiker Thomas ist im Begriff ein Stück zum Mauerfall in Deutschland zu verfassen und besucht im Rahmen dessen seinen Vater auf der Insel Föhr, um ihn nach seinen Erlebnissen zu befragen und an Material für seine Arbeit zu kommen.
Schnell und unverhohlen wird klar, dass die Beziehung der beiden auf Eis liegt. Unerträglich ist die schweigsam-freundlich, eigenbrötlerische Art des Vaters dem Berliner Nachtschwärmer und der Protagonist lässt kaum eine Gelegenheit aus, dem Vater mit aller Wucht seine Unzufriedenheit mit dessen Verhalten und Person entgegenzuschleudern.
Umgekehrt wehrt sich der Vater auf seine Art und Weise gegenüber den Vorwürfen des Sohnes. Im Fazit ergibt das eine spannungsgeladene tragikomische Konfliktatmosphäre und man fragt sich, wie man die Beziehung der beiden entspannen könnte und ob etwas Milde auf Seiten des Sohnes nicht angebracht wäre.
Doch das Stück entwickelt sich von der Vater-Sohn-Studie weiter. Im zweiten Teil des Stücks geht es um die Ereignisse, die für den Vater mit dem Mauerfall verbunden sind. Und hinter ein paar belanglosen Geschichten, so merkt man bald, lauert irgendein Tabu. Irgendetwas schlummert da -irgendein Schatten der Vergangenheit. Der Weg zur Enthüllung dieser Episode aus dem Leben des Vaters, das ist quasi der nächste Handlungsschritt im Drama. Die Vergegenwärtigung der Geschehnisse ist schließlich der Höhepunkt.
Interessant ist dann der Umgang der Figuren mit der Enthüllung der Wahrheit.
Für Thomas ist es, das Leben, Theater. Als postmoderner Mensch kennt der die Gnade und das Credo des "Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?" und ist in der Lage auszudifferenzieren. Der Vater dagegen hat diese Möglichkeiten nicht. Er verweilt und wird selbst zum Geist.
Aufbau und Inszenierung
Viele Monologe Thomas, die seine Gedanken offenbaren. Sehr schildernde Sprache.
Geisterhafter Schatten der Vergangenheit von Anfang an auf der Bühne durch Riesenbilderrahmen und Welt dahinter ("Geisterwelt") mit Bank und Frau darauf. Unheimlich-mystische Atmosphäre.
Pendeluhr-Mechanik-Geräusche zur Untermalung der drückenden Atmosphäre im Elternhaus.
traurige Gitarrentöne zur Untermalung der Traurigkeit und des Dramatischen, vor allem gegen Ende des Stücks.
Interessant: Wie Vater "gebrochen" die Bühne und den Zuschauerraum verlässt (Gegenpol zu Thomas, der sie energiebeladen betritt und das Stück so eröffnet)
Interessant: Wie der Vater gebrochen den Platz der "Geisterfrau" einnimmt.
Interessant: Überblendung, als Erinnerung und Vergegenwärtigung ineinander greifen, und die Ebenen mittels Projektion (Erinnerung) und Schauspiel miteinander verwoben werden.
Die Selbstthematisierung des Theaters. Was darf es? Was kann es? Welchen Zwängen ist es unterworfen? Wie bändigt man Komplexität?
Schauspiel:
Brilliant! Die Menge an Text, die Flüssigkeit und Lebendigkeit im Vortrag (Martin Liema) , die Klarheit der Sprache des Vaters und sein Timing, die stakkato-"Thomas"-Salve der Geistermutter. Wirklich genial!
Kleine Sprachuntersuchung (evtl. Spoiler)
Einmal im Stück fällt ein markanter Kraftausdruck. Als die Mutter Thomas als „Fotze“ beschimpft, kann man das so interpretieren, dass diese verbale Entgleisung ihrer Krankheit und dem damit einhergehenden Verlust der Selbstkontrolle verschuldet ist: Keine normale Mutter würde ihr eigenes Kind derart beschimpfen, geschweige denn im Feminin. Insofern manifestiert sich in der Sprache die geistige Krankheit der Mutter.
Applaus, Applaus, ein geniales Ensemble, ein gewagtes Stück mit einer Prise Psychothriller!
Inhalt (ohne Spoiler)
Der junge Wahlberliner Dramatiker Thomas ist im Begriff ein Stück zum Mauerfall in Deutschland zu verfassen und besucht im Rahmen dessen seinen Vater auf der Insel Föhr, um ihn nach seinen Erlebnissen zu befragen und an Material für seine Arbeit zu kommen.
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| Vater und Sohn in der Inszenierung des Mainfrankentheaters 2019 |
Umgekehrt wehrt sich der Vater auf seine Art und Weise gegenüber den Vorwürfen des Sohnes. Im Fazit ergibt das eine spannungsgeladene tragikomische Konfliktatmosphäre und man fragt sich, wie man die Beziehung der beiden entspannen könnte und ob etwas Milde auf Seiten des Sohnes nicht angebracht wäre.
Doch das Stück entwickelt sich von der Vater-Sohn-Studie weiter. Im zweiten Teil des Stücks geht es um die Ereignisse, die für den Vater mit dem Mauerfall verbunden sind. Und hinter ein paar belanglosen Geschichten, so merkt man bald, lauert irgendein Tabu. Irgendetwas schlummert da -irgendein Schatten der Vergangenheit. Der Weg zur Enthüllung dieser Episode aus dem Leben des Vaters, das ist quasi der nächste Handlungsschritt im Drama. Die Vergegenwärtigung der Geschehnisse ist schließlich der Höhepunkt.
Interessant ist dann der Umgang der Figuren mit der Enthüllung der Wahrheit.
Für Thomas ist es, das Leben, Theater. Als postmoderner Mensch kennt der die Gnade und das Credo des "Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?" und ist in der Lage auszudifferenzieren. Der Vater dagegen hat diese Möglichkeiten nicht. Er verweilt und wird selbst zum Geist.
Aufbau und Inszenierung
Viele Monologe Thomas, die seine Gedanken offenbaren. Sehr schildernde Sprache.
Geisterhafter Schatten der Vergangenheit von Anfang an auf der Bühne durch Riesenbilderrahmen und Welt dahinter ("Geisterwelt") mit Bank und Frau darauf. Unheimlich-mystische Atmosphäre.
Pendeluhr-Mechanik-Geräusche zur Untermalung der drückenden Atmosphäre im Elternhaus.
traurige Gitarrentöne zur Untermalung der Traurigkeit und des Dramatischen, vor allem gegen Ende des Stücks.
Interessant: Wie Vater "gebrochen" die Bühne und den Zuschauerraum verlässt (Gegenpol zu Thomas, der sie energiebeladen betritt und das Stück so eröffnet)
Interessant: Wie der Vater gebrochen den Platz der "Geisterfrau" einnimmt.
Interessant: Überblendung, als Erinnerung und Vergegenwärtigung ineinander greifen, und die Ebenen mittels Projektion (Erinnerung) und Schauspiel miteinander verwoben werden.
Die Selbstthematisierung des Theaters. Was darf es? Was kann es? Welchen Zwängen ist es unterworfen? Wie bändigt man Komplexität?
Schauspiel:
Brilliant! Die Menge an Text, die Flüssigkeit und Lebendigkeit im Vortrag (Martin Liema) , die Klarheit der Sprache des Vaters und sein Timing, die stakkato-"Thomas"-Salve der Geistermutter. Wirklich genial!
Kleine Sprachuntersuchung (evtl. Spoiler)
Einmal im Stück fällt ein markanter Kraftausdruck. Als die Mutter Thomas als „Fotze“ beschimpft, kann man das so interpretieren, dass diese verbale Entgleisung ihrer Krankheit und dem damit einhergehenden Verlust der Selbstkontrolle verschuldet ist: Keine normale Mutter würde ihr eigenes Kind derart beschimpfen, geschweige denn im Feminin. Insofern manifestiert sich in der Sprache die geistige Krankheit der Mutter.
Sonntag, 22. September 2019
Bees made honey from the vein tree in Würzburg erforschen den Bass-Sound!
Ein Bassist, zwei Gitarristen und ein Schlagzeuger forschen aus, was passiert, wenn sie sich alle 4 Musiker 3 Regeln unterwerfen:
1. Der Sound ist so tief wie möglich.
2. Der Sound ist so mächtig wie möglich.
3. Der Sound ist so langsam wie möglich.
Was dabei rauskommt? Eine Performance, eine Messe, in der der "bassismyreligion" dann ausnahmsweise ein berechtigter Name ist. Schwingung. Ein ganzer Raum und alle darin befindlichen Körper in Schwingung. Die drei Saiteninstrumentalisten aus dem Stuttgarter Raum entfesseln ein Klangbiest, gezähmt und strukturiert wird das Gewummer und Gewabber allein vom knochentrockenen Schlagzeug. Sie alle zähmen und betrachten, erleben und verkörpern dieses erschaffene Biest gleichermaßen. Wow Wow Wow!
Ohne Analogfaschist zu sein - man wünscht es jedem Elektro-Jünger, dass er das mal miterlebt, was akustisch, analog möglich ist!
Und mal wieder: Danke, Immerhin!
https://www.stuttgarter-zeitung.de/gallery.preissegen-fuer-kultur-in-esslingen-psychedelische-band-und-komma-raeumen-ab-param~2~1~0~5~false.0fa83d9f-81aa-47d1-95ab-472c210c2de2.html
Donnerstag, 13. Juni 2019
The Black Rider
Inhalt:Jagdunfähiger Schreiberling ist verliebt in die Tochter des Försters, der durch einen außerordentlich guten und riskanten Schuss vom Herzog Posten und Wald verliehen bekommen hat als Erbpacht. Allerdings muss der Schuss jedes Jahr aufs neue wiederholt werden und damit ist der fürs Schießen völlig unbrauchbare Scheiberling Wilhelm unmöglich für den Posten des Schwiegersohns.
Aber Phantastisches geht um in diesen Wäldern und Wilhelm wird bei seinen katastrophalen Schussübungen - er meint es ja ernst - von einem Unbekannten, dem Teufel, angesprochen. Der gibt ihm Teufelskugeln, die unfehlbar alles treffen.
Wilhelm gelingt es damit, die Eltern zu beeindrucken und das Ja-Wort zur Hochzeit zu erhalten. Alles freut sich, außer der Widersacher Wilhelms. Aber dunkle Vorzeichen weisen darauf hin, dass etwas nicht im Reinen ist. Höhepunkt des Stücks ist, als der Fürst zum jährlichen Schusstest vorbeikommt. Wilhelm hat keine Kugeln mehr. Er erhält neue, allerdings unter der Bedingung, dass die letzte Kugel vom Teufel selbst gelenkt werden darf. Und dramatischerweise versenkt dieser sie natürlich in das Herz von Käthchen, der Tochter des Försters.
Moral: Don't fuck with the Devil, cause the Devil fucks you!
Inszenierung:
Am Ende kam man sich vor, wie in einem Disney Musical, das auf einen Tim Burton Film trifft.
Grelle Schminke, leicht Bob Wilson like (sein Siegeszug ist unaufhaltsam), überzeichnetes Spiel, absurd-komisch, grotesk. Brillianter Gesang! Super Schauspieler! Super Musiker! (Weinglas-Lied!)
Auch die Übersetzung / Vermischung vom Englischen Original ins Deutsche muss sehr viel Arbeit gewesen sein und hat spitze funktioniert!
(Oh! Robert Wilson hat an dem Stück mitgewirkt! Zusammen mit Tom Waits und S.Burroughs)
Hier gibts Bilder
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